Donnerstag, 21. Juli 2005

Griechenland: Reisebericht Thassos (Nord-Ägäis)

Kapitel 1: Anreisetag, Kavalla, Fähre, Hotel
21.7.05 Donnerstag
04:00 Uhr: Aufstehen. Endlich war es soweit. Der Flieger sollte um 07:15 ab Düsseldorf mit Richtung Kavalla starten. Thassos selbst hat keinen eigenen Flughafen und deshalb muss man ab Kavalla mit der Fähre auf die Insel übersetzen.
Die Koffer hatten wir gestern schon per Late-Night-Check-In aufgegeben und nun warteten wir auf die Abholung durch das Taxiunternehmen. Nach dem Abflug sind es bis zum Flughafen bei Kavalla ungefähr 2 Stunden 15 min. Der Flug verlief ruhig und kurz vor der Landung konnten wir den ersten Blick auf Thassos erhaschen. Da es sehr dunstig war, blieb es mehr beim Erahnen als Sehen. Aber für einen ersten Eindruck reichte es: die Insel schien sehr gebirgig, aber auch sehr grün zu sein. Beim Öffnen der Kabinentür schlug uns gar nicht so eine Hitze entgegen, wie wir es erwartet hatten. Es war etwas bedeckt und so um die 26 Grad warm. Nach einem recht kurzen Aufenthalt im klimatisierten Flughafengebäude fing uns schon die Reiseleitung mit ihrem Schild ein und lotste uns zu dem entsprechenden Bus. Spannung: Würden wir wohl bei dem richtigen Hotel abgesetzt werden? Die Frage stellte sich uns, da unser Hotel, das Coral Beach in Potos, vor kurzem verkauft worden war und nun einen anderen Namen (Hotel Atrium) trug. Aber jetzt kam erst mal die Busfahrt zur Fähre. Hm, über griechische Fähren hatte man ja schon so manchesFähre vor Limenas, Thassos gehört... Aber es ging alles glatt und auch das Meer war ruhig. Begleitet wurden wir während der Fahrt von Schwärmen von Möwen, die versuchten, in der Gischt der Bugwelle Fische zu ergattern. Teilweise sollte man sogar Delphine beobachten können, die das Boot begleiten. Dieses Glück hatten wir leider nicht. Beim Anlegen in Limenas, der Hauptstadt der Insel, bekamen wir nur einen sehr kleinen Eindruck von der Stadt, da der Fähranleger etwas außerhalb liegt. Egal, hier würden wir auf jeden Fall noch mal hinfahren, mit einem Leih-Motorrad. Unser Hotel liegt ziemlich im Süden der Insel und somit stand uns noch eine Fahrt von ca. 1,5 Stunden bevor. Endlich angekommen, übermüdet und geschafft von der Anreise, machten wir die ersten Erfahrungen mit dem Management des Hotels. Trotz Kontaktaufnahme durch unser Reisebüro und ein persönlich geschicktes Fax an das Hotel, mit der Bitte ein Zimmer im 1. StockHotel Coral Beach / Atrium, Thassos zu bekommen, landeten wir im Erdgeschoss; mit Blick auf die vor dem Hotel parkenden Autos. Neugierig untersuchten wir das Zimmer: griechisch einfach gehalten mit kleinem Balkon und einem kleinen Bad ohne Duschvorhang. Ah ja, dann würde es wohl wieder heißen: „Flossen anziehen“ nach dem Duschen ;-). Jetzt war aber erst mal ein Nickerchen angesagt. Mit neuen Kräften ging es danach an die Erkundung der Umgebung: Das Hotel liegt wirklich phantastisch, ruhig und nur durch den Pool und ein paar Bäume vom Strand getrennt. Der Pool, inmitten eines schön angelegten Gartens, war herrlich groß (weitere Informationen und Bilder zum Hotel s. unsere Hotel-Infoseite). Das sanfte Rauschen der Meeresbrandung lockte uns zu einem kleinen Strandspaziergang Richtung Potos. Autsch, direkt in Wassernähe lagen ziemlich viele kleine Kiesel, die das Barfußlaufen hier ziemlich schwer machten. Ansonsten bestand der Strand und auch der Meeresboden aus recht feinem Sand. Nach der Rückkehr machten wir es uns in der Hotelanlage an der Poolbar zu unserem ersten Abendessen unter griechischem Himmel und Olivenbäumen gemütlich. Wieder auf dem Zimmer, wurde es plötzlich draußen ziemlich dunkel und es fing an zu donnern. In der ersten Nacht gleich ein heftiges Gewitter mit Sturzbächen. Hoffentlich war das kein schlechtes Wetteromen.



Kapitel 2: Potos (Motorrad), Limenaria, Psili Amos, Sun Beach
22.07.05 Freitag
Holla, wieder hieß es früh aufstehen. Die Reiseleitung hatte sich für 9:30 angekündigt. Da es nur bis 10:00 Uhr Frühstück gab, mussten wir wohl oder übel vorher essen gehen. Bei mittlerweile 28 Grad im Schatten verkündete dann Chris, unsere Reiseleiterin, im Hotelgarten ihre Tipps, die nicht so berauschend waren, zumal sie sich eher nach einer Anpreisung der von ihr angebotenen Touren anhörten. Für uns nicht so interessant (bis auf die Preisliste für Bikes), da wir sowieso lieber wieder auf eigene Faust die Insel erkunden wollten. Also ab nach Potos, eine Enduro mieten. Die Straße entlang brauchten wir ca. 20 Min. bis zum Zentrum. Das mit der Suche nach den Verleihern von Motorrädern gestaltete sich gar nicht so einfach, da diese nicht an den großen Straßen zu finden waren, sondern in den kleinen Gässchen nahe der Strand-Promenade. Beim ersten gab es nur Scooter, keine Enduros. Schließlich fand ich doch noch den von Chris angepriesenen „Easy Rider“-Verleiher. Leider stand gerade nur eine 125er Enduro zur Verfügung, eine 500er Yamaha XT stellte er mir aber 3 Tage später in Aussicht. Bei 13 Tage Mietdauer ließ sich gut über den Preis verhandeln. Endergebnis: 125er für 20€/Tag und 500er für 30€/Tag (5€ bzw. 10€/Tag billiger als bei Buchung über unsere Reiseleitung ?). Schwups, schwups, schon war das erste Bare weg und da es in Potos keine Bank gibt, fuhren wir nach Limenaria, um die ersten American-Express-Traveler-Cheques einzutauschen. Knapp schafften wir es noch, da die Bank "Agrotiki Trapeza" freitags nur bis 14:00Uhr geöffnet hatte. So eine griechische Bank war schon interessant. Niemand von den Angestellten lief hier mit Anzug oder Kostüm rum. Und Emotionen wurden auch vor Kunden frei rausgelassen ;-). Mit frisch gefülltem Portmonee aber leerem Magen entschlossen wir uns, für einen griechischen Salat in eine der Tavernen an der Strandpromenade einzukehren. Am nördlichen Ende, direkt oberhalb des 3 Meter schmalen, kieseligen Strandes, wurden wir fündig, bei einem netten Griechen, der jahrelang in Bayern gelebt hatte, recht gut Deutsch sprach und ein wahrer Spaßvogel war. Bei dem tollen Blick über die Bucht, das glitzernde Meer und dem herrlichen Sonnenschein war eine ausgelassene Urlaubslaune vorprogrammiert und der Salat schmeckte, obwohl er nicht so ganz typisch griechisch war (mit Eiern?!). Psili Amos, ThassosNachdem wir uns wieder von der tollen Sicht losreißen konnten und ins Hotel zurückgekehrt waren, hielt es mich als begeisterter Motorradfahrer nicht mehr und ich gondelte noch mal allein los in Richtung Astris. Auf der Suche nach einer schönen Bucht machte ich halt am Beach von Psili Amos. Die Bucht war auch schön, aber der feinsandige Strand recht schmal und viel zu überlaufen. Überall tobende Kinder. Weiter gings zum Sun Beach. Eine kleine Schotterstraße führte von der Küstenstraße zwischen Olivenbäumen und vorbei an einem Campingplatz zum Meer. Der Strand hier war schon besser, wesentlich ruhiger, zu 2/3 mit Mietschirmen, zu 1/3 „frei belegbar“ und auch feinsandig. Mittlerweile stand die Sonne schon recht tief und einige machten sich schon fertig, den Strand zu verlassen, so dass ich mich auch auf den Weg zurück zum Hotel machte. Im Zimmer setzten wir kurz das ganze Bad unter Wasser (sprich: duschten) und überlegten, wo wir zu Abend essen sollten. Zu Fuß sollte es sein und nicht am Hotel. Also ab an den Strand, 30 Meter weiter in Richtung Potos lag das „Sea Brease“. Eine recht gemütlich aussehende Taverne mit Tischen unter freiem Himmel und gedämpftem Licht. Komisch, um diese Zeit nur 2 Tische besetzt? Hm. Na ja, die Bedienung war zumindest sehr flott und super freundlich. Als das Essen kam waren wir aber etwas enttäuscht. Es schmeckte ziemlich fade, dafür mundete aber die noch nachbestellte Flasche Rotwein. Eine Überraschung gab es mit der Rechnung: Essenspreise ok, aber der Rotwein ... Die Flasche hatte uns 14€ gekostet. Merke: nie einfach aus der Urlaubslaune heraus bestellen, sondern immer vorher in die Karte schauen. Wir hatten wieder mal etwas dazugelernt ;-).


Kapitel 3: Theologos, Wasserfall von Lakkos Kastrinon, Kastro, Potos
23.7.05 Samstag
Für heute planten wir einen Trip nach Theologos, ein kleines altes Dorf im Hinterland von Potos. Über eine gut ausgebaute Straße war es von unserem Hotel aus in ca. einer halben Stunde Fahrt zu erreichen. Am Ortseingang teilte sich die Straße. Wir nahmen den linken Abzweig, der uns aber nur an einer Taverne und oberhalb des Dorfes vorbeiführte. Viel uriger war der rechte Abzweig, der uns dann mitten ins Dorf führte, vorbei an alten Häusern, einem Bäcker mit einem großen, fauchenden Ofen und Theologos, Thasoseinem Schuster, der in seinem kleinen Geschäft jede Menge Leder-Sandalen fertigte. Kostenpunkt für jedes Paar 25€. Als wir den Laden neugierig betraten, schaute der Schuster genauso neugierig auf Grit’s Sandalen. Suchte er vielleicht Inspiration für neue Modelle? Von der Reiseleitung wussten wir, dass er auch Sandalen nach Maß anfertigte für diejenigen, die keine passenden Modelle fanden. Dauer der Fertigung in diesem Fall 2 Tage. Beim weiteren Bummel durch enge Gässchen bemerkten wir auch einige alte Häuser, die aufgegeben und dem Verfall überlassen waren. Eine Taverne lockte uns nun, sie lag vom Ortseingang kommend rechts vor dem Museums-Cafe und hatte einen Wendegrill, in dem sich die Zicklein drehten. Erstaunlich, sie war viel größer, als vom Eingang her zu vermuten war und hatte eine schöne Terrasse mit tollem Blick auf die bergige Landschaft. Viele Griechen schienen diese Taverne auch zu schätzen und hatten das gegrillte Zicklein bestellt. Der große griechische Salat kostete uns hier 5€ und zum Nachtisch gab es Baklawa (auf Kosten des Hauses), Blätterteig mit Mandeln, Nüssen und Zimt. Aufbruchstimmung machte sich jetzt wieder bei uns breit, zumal wohl auch eine größere Gesellschaft erwartet wurde und wir nicht so der Fan von Rummel sind. Grit hatte die Idee, doch mal zu den Wasserfällen von Lakkos Kastrinon zu fahren. Also den Führer vom Michael-Müller-Verlag gezückt. Dort stand, dass man vom Ortseingang 140 Meter die linke Abzweigung fahren undWeg zum Kastro, Thassos dann die links auftauchende Schotterpiste nehmen sollte. Eine richtige Enduro-/Jeep-Strecke, die sich den Hang hoch schlängelte, vorbei an ein paar Pferden bis zu einer Weggabelung mit einer großen Pinie und einer Mini-Kapelle. Das Hinterland öffnete sich unseren Blicken und gab die Sicht frei bis zu dem auf einem Berg liegenden Kastro. Während wir noch schnell unseren Sonnenschutz auffrischten tauchte eine Gruppe von hartgesottenen Wanderern auf. Ohne Gruß trotteten sie bei über 32 Grad (im Schatten) an uns vorbei. Wohl schon zu geschafft. Uns zeigte jedenfalls ein kleines Schild mit der Aufschrift „Kosta’s Taverne, nice waterfalls“ den weiteren Weg. Dem kurvigen Verlauf der Schotterpiste folgend, durchquerten wir bald ein ausgetrocknetes Bachbett und folgten diesem nach rechts abbiegend in ein schönes Tal hinein. Herrliche Wälder säumten unseren Weg und plötzlich floss Wasser durch das Bachbett. War waren also auf dem richtigen Weg zu den Wasserfällen, doch vorher mussten wir noch diverse Male den Bach kreuzen und recht starke Steigungen überwinden. Für unsere 125er Enduro war mit 2 Personen manchmal fast die Grenze der Leistungsreserve erreicht. Ein Jeep würde hier auch noch weiterkommen, aber das Dach sollte offen sein, damit man sich keine Beulen am Kopf holt (sehr holperig!). Endlich war der Wasserfall erreicht. Super schön gelegen, mitten im Wald und mit einem kleinem glasklaren See an seinem Ende. Hier trafen wir auch das finnische Pärchen wieder, das wir vorher schon mal überholt hatten und sich jetzt auch hier eine Erfrischungspause gönnte. Bis zur Hose im Wasser stehend erzählten sie uns, dass sie noch bis zum Kastro wollten, was zu Fuß noch etwas über 1 Stunde dauern sollte. Als wir sie nach unserer etwas späteren Weiterfahrt schließlich noch mal auf den steilen Serpentinen überholten, konnten wir uns deren Zeiteinschätzung auch erklären: es waren „Rennwanderer“. Ein fast übersehenes nach links Kastro, Thassosweisendes kleines Schild „Kosta’s Taverne“ (nicht nach rechts zur kleinen Kapelle auf dem angrenzenden Berg schauen) wies uns den Weg zum Kastro. War schon ein komisches Gefühl, wenn man in das an das Kastro angrenzende Dorf einfuhr. Viele kleine Steinhäuser, alle verlassen, alle verschlossen, teilweise verfallen, teilweise mit Anzeichen von Bauaktivitäten. Ein wahres Geisterdorf ohne Menschen. Die Reste der Kastromauern lagen auf einem Felsvorsprung und man hatte von hieraus einen atemberaubenden Rundumblick: Richtung Limenaria und zum Meer, auf der anderen Seite zum Ipsarion, dem mit 1206 Metern höchsten Berg der Insel. Neben der kleinen Kapelle befand sich noch ein Gebeinhaus. Gruselig der Blick hinein, überall Knochenteile und Schädel. In dieser Einsamkeit trafen wir auf dem Rückweg zum Motorrad dann noch – die Welt ist klein – einen Bielefelder mit seiner Enduro, der von Limenaria aus zum Kastro gefahren war und sein Wohnmobil auf dem Campingplatz von Pefkari hatte. Unser Heimweg sollte aber der gleiche wie auf der Hinfahrt sein, was wegen des teilweise starken Gefälles ganz schön in die Oberarme ging. Nach dem Erreichen unsers Hotels und einem ausgiebigen Unterwassersetzens des Bades gings dann zu Fuß die dunkle Straße entlang nach Potos. Eine Taschenlampe war sehr empfehlenswert, wenn man lebend ankommen wollte. Auch ein Hinweisschild am Straßenrand riet hierzu, da teilweise recht „zügig“ gefahren wurde. In der direkt am Strand liegenden Taverne „Irene“ nahmen wir gemütlich bei einem traumhaften Sonnenuntergang unser Abendessen ein. Das Essen war gut und die Preise ok. Für 20€ gab es für 2 Personen incl. Trinkgeld 1 Chicken Souflaki, 1 Chicken-Filet, 2 Bier, 1 Glas Rotwein, 1 Icetea. Bis 20:00 Uhr sollte man aber schon sein Plätzchen gefunden haben, denn danach brummt in diesem Teil von Potos mit all den Tavernen und Bars der Bär. Zum ruhigen Ausklang des Tages entschlossen wir uns, noch in der Pool-Bar unseres Hotels einen schönen Cocktail zu trinken (je 5,50€). Nicht so schön war, dass die „Schnarchnase“ des Hotelpersonals schon um 01:00 Uhr die Pool-Bar schließen und kassieren wollte.


 Kapitel 4: Ruhetag, Motorrad-Tausch, Abendessen in Theologos
24.7.05 Sonntag
Am siebten Tage sollst Du ruhen. Gesagt, getan. Wie hingen faul an unserem Hotel-Pool ab und ließen den lieben Gott einenDie Bucht bei Potos, Thassos guten Mann sein. Als es uns zu langweilig wurde, machten wir einen kleinen Strandspaziergang zum südlichen Ende der Bucht und kletterten die Anhöhe hinauf zu der kleinen Kapelle. Von hier aus konnte man prima über die Bucht von Potos und dieEnduro auf Thassos Nachbarbucht schauen. Auch mit Müßiggang verstreicht ein Tag und die Abendessenzeit rückte näher. Grit wollte diesmal in Theologos in einer typisch griechischen Taverne mit Live-Musik essen. Kurz in Potos die 125er gegen eine 500er Yamaha Enduro getauscht und in 20 Minuten waren wir in der Taverne "Orizontes" links am Ortseingang von Theologos. Zu dem lecker schmeckenden Essen gab es dann auch von einem Trio typisch griechische Musik (einige Griechen tanzten sogar), aber über Verstärker und so laut, dass eine Unterhaltung kaum noch möglich war. Deshalb verlangte es uns nach dem Essen auch zügig nach der Rechnung. Nach etwas „Rechnungsroulette“ (bekamen 2x die falsche Rechnung ;-) ) machten wir uns auf den Heimweg durch die stockfinstere Nacht. Die Temperaturen waren gerade bei den Walddurchfahrten etwas kühler und wir waren froh, die Nierengurte eingesteckt zu haben.


Kapitel 5: Metallia Bergwerk, Kloster Archangelou, Paradies Beach, Marmorhalbinsel bei Aliki
25.7.05 Montag
Nach dem gewollten Verpennen des Frühstücks (wir hatten ja Urlaub) mussten wir mal wieder zur Bank nach Limenaria. So langsam fing aber doch der Magen an zu knurren und mich verlangte es nach einem Kaffee und Grit nach einem Tee. Nach Palast in Limenaria, Thassoseinem Zwischenstopp in einer schönen Taverne am Strand und beim Bäcker machten wir uns auf, den alten Palast oberhalb des Hafens von Limenaria zu besichtigen. Schon interessant hier in Griechenland auf Spuren deutscher Geschichte zu stoßen. Der Palast wurde nämlich mal um 1900 von der Firma Krupp bzw. Seidel, die auf Thassos Schürfrechte für Erze besaßen, gebaut und bewohnt. Heute ist der Palast ein leerstehendes hohles Gebäude, dass aber kurz vor der Restaurierung steht. Direkt dahinter, eine Bucht weiter (Metallia), konnte man auch die Reste eines alten Bergwerks incl. noch vorhandener Schiffsverladeanlage besichtigen. Aber nicht nur die deutsche Geschichte hatte hier ihre Spuren hinterlassen, sondern auch verschiedene Künstler, die aus Steinen metergroße Figuren auf dem Boden gebildet hatten (u.Kloster Archangelou, Thassos a. ein kretisches Labyrinth oder Pegasus). Zurück auf der Küstenstraße reizte es uns nun, die Ostküste ein wenig zu erkunden. Wir fuhren die gut asphaltierte Küstenstraße (im Osten wesentlich kurvenreicher als im Westteil der Insel) Richtung Paradies Beach, aber nicht, ohne beim Kloster Archangelou, das hoch über dem Meer am Felsen klebt, zu stoppen. Eine Besichtigung war möglich (keine Eintrittskosten), aber nur für den, der sich an dem großen Eingangsportal von einem alten Mann von einem Touristen in einen Harlekin verwandeln ließ ;-). Spaß beiseite: In griechischen Klöstern gibt es Kleidungsvoschrift Kloster Archangelou, Thassosstrenge Kleidervorschriften; Frauen müssen sich die Schultern bedecken und Röcke tragen, Männer lange Hosen. Alles wurde also übereinandergezogen, alle Farben mischten sich, Frauen hatten Röcke über langen Hosen, Männer lange Pluderhosen. Die Bekleidungsaktionen führten bei nicht wenigen zu Heiterkeitsbekundungen. Innerhalb der hohen Mauern konnten wir dann leider nicht die Hauptkirche besichtigen (Restaurierungsarbeiten), sondern nur eine kleine Nebenkirche. Der phantastische Blick über das Meer und auf die benachbarte Bucht entschädigte aber. Bei nicht zu dunstigem Wetter ist sogar der Berg Athos von hier aus zu sehen. Tipp: das Kloster besuchen, wenn nicht gerade ein Reisebus anrückt! Nach der Rückverwandlung ging es weiter Richtung Paradies Beach, vorbei an Alyki und der Marmorhalbinsel, die wir erst in den Abendstunden besuchen wollten. Nach weiteren 6 km erreichten wir unser Ziel und parken sicherheitshalber oberhalb der Bucht, weil die Staubstraße zum Strand ziemlich steil und eng aussah. Der StrandParadies Beach, Thassos war traumhaft, feiner Sand, flach abfallend ins Meer und zu dieser Zeit so hohe Wellen, dass sich die Brecher in der Sonne glitzernd überschlugen. Erstaunlicherweise war auf dem Staubparkplatz noch Platz und der Strand nicht so überlaufen (es geht aber auch anders. Siehe Reisebericht vom 2.8.). Also unsere Decke außerhalb des „Schirmbereichs“ ausgebreitet und nichts wie rein in die Wellen. Herrlich die Abkühlung. Ausgelassen „kämpften“ wir über 1 Stunde in dem flachen Wasser gegen die Brecher. Ein riesen Gaudi. Wer an diesem Strand Hunger oder Durst bekam, dem standen 1 Bar und 1 Taverne zur Verfügung, wobei die Toiletten der Taverne sehr gewöhnungsbedürftig waren (Türen nicht abschließbar und in Kopfhöhe freier Blick auf die vorbeilaufenden Menschen. Hm, schon komisch ...). Mittlerweile wurden die Schatten der an die Bucht grenzenden Berge immer länger und wir brachen auf Richtung Alyki und Marmorhalbinsel, wo es durch das Meer entstandene „Badewannen“ aus Marmorhalbinsel auf ThassosMarmor und einen alten Marmorsteinbruch gab. Nach einer kurzen Fahrt erreichten wir die Halbinsel, an deren Anfang Ausgrabungen von alten Basiliken und ein Sarkophag zu sehen waren. Von hier aus zogen sich zig Trampelpfade über die Halbinsel. Verirren leicht gemacht. Trotzdem fanden wir die Marmorseite der Halbinsel. Gut, dass wir in den Abendstunden hier waren, sonst hätte bei Sonnenschein eine Sonnenbrille alleine wohl kaum die Helligkeit bremsen können, so weiß war das Gestein. Da wir nicht in eine der Badewannen steigen wollten - da muß man wohl ein Einheimischer sein, um sich in das von der Sonne erhitzte grünliche Wasser zu setzen - kehrten wir in einer Taverne am angrenzenden Strand ein. Abendessen in Alyki mit 2 Chicken-Filet, sehr fettigen Pommes Frites und 2 Cola gleich 13€. Die Sonne war inzwischen untergegangen und wir rollten gemütlich mit ca. 50 km/h in 30 Min. zurück zum Hotel Coral Beach / Atrium. Während Grit schon mal das Bad unter Wasser setzte, holte ich noch kurz in Potos eine Flasche Imiglikos für 2,50€, den wir dann in aller Ruhe auf unserem Zimmer genossen.


Kapitel 6: Jet Ski, Potos, Wein am Strand
26.7.05 Dienstag
Heute war wieder Gammeltag an unserem „Haus-Strand“ (Antonio Beach) angesagt. Nur Gammeln? Nein, das war nicht unser Ding. Uns war schon öfter am Strand, vor dem Eingang zu unserem Hotelgarten, ein alter Grieche aufgefallen, der dortAlbatros, Thassos regelmäßig von 10:00 Uhr bis Sonnenuntergang saß, Backgammon spielte und öfter mal einen Ouzo trank. Er gehörte zu dem Wassersportanbieter „Albatros“ in Pefkari. Als wir das Kartenspielen am Strand leid waren, beschlossen wir, uns Jet Ski auszuleihen. Der alte Mann grinste, murmelte etwas von, er hätte schon ein paar Ouzo, versuchte uns dann aber in recht gutem Deutsch mit englischen Brocken klarzumachen, dass wir von einem Motorboot von Pefkari aus abgeholt würden, da in unserer Bucht das Jetski-Fahren verboten sei. Toll, zu dem Preis für die Jetski bekamen wir noch eine kostenlose Motorbootfahrt in die Bucht 2 Orte weiter (kann man als Tipp ansehen ;-); also nicht in Pefkari direkt buchen). 20 Minuten später kam das Motorboot. Schon dieser „Zubringerdienst“ machte Spaß; bei dem herrlichen Sonnenschein mit dem Boot durch die Wellen düsen, den Fahrtwind auf der Haut spürend. In Jetski in Pefkari, ThassosPefkari angekommen, zahlten wir unseren Obolus (20€ für 10 Minuten), wurden in Schwimmwesten gesteckt und bekamen eine Einweisung für den Jetski. Die Sicherheitsvorschriften waren eng gesteckt: in der Nähe des Strandes nur Schneckentempo und in der mit Bojen abgesteckten Bahn bleiben, auf dem offen Meer nur in einem Radius von 200 m um eine Boje herum fahren. Wer sich nicht an die Regeln hielt, dem wurde der Jetski per Funkfernbedienung einfach abgeschaltet. Genug der Formalitäten, jetzt kam der Spaß. Grit machte den Anfang. Die Kiste ging ganz schön ab und flog förmlich über das Wasser. Kurven, durch die Wellen hüpfen, jippeeee ... Grit jauchzte vor Vergnügen. Nach 5 Minuten kam der Fahrerwechsel. Ganz schön kippelig auf offenem Meer. Jetzt nur nicht runterfallen. Aber unsere „Synchrontechnik“ war gut und so saß ich nun am Drücker. Holla, das Gefährt lenkte sich zu Anfang komisch, wenn man noch nie so etwas gefahren war. Nicht zu vergleichen mit Motorboot oder Motorrad, obwohl ein Jetski ja irgendwo ein Zwitter aus beidem ist. Nur schade, dass die Zeit für den Spaß so schnell vorbei war. Doch wo war nun die Mietstation? Ich war so mit dem Fahren beschäftigt gewesen; und vom offenen Meer sahen dieSonnenuntergang in Potos Buchten alle so gleich aus... Haben es dann aber doch noch irgendwie rechtzeitig zurück geschafft. Das Motorboot brachte uns dann gut gelaunt wieder zum Antonio Beach. Uns fiel bei der Ankunft nur ein: warten, bis das Motorboot wieder weg ist und dann noch mal das ganze Programm ;-). Nein, für heute nicht mehr ;-(. Den Rest des Nachmittags verbrachten wir noch am Strand, bis wir abends nach Potos mussten, weil unsere Enduro einen neuen Kettensatz bekommen sollte. Dort angekommen, vertröstete man uns bei Easy Rider auf morgen in Limenaria, da das Ersatzteil heute nicht mit der Fähre gekommen war. Also kehrten wir, beschienen von einem tollen Sonnenuntergang, in die Taverne „Irene“ zum Essen ein. Der nachfolgende Bummel führte uns durch die Gassen von Potos (an der „heißen Meile“ am Strand ganz schön was los) zu einer versteckten Bungalowanlage mit einer schnuckeligen Cocktail-Bar direkt am Strand. Hier wollten wir noch mal hin, hier war das Licht gedämpft, nicht so viel Trubel, die Musik leiser und das Ambiente urig. Da wir aber mit Bekannten um 22:00 Uhr an unserem Strand vor dem Hotel verabredet waren, fuhren wir zurück. Bewaffnet mit Kerze und Wein ließen wir zusammen den Tag bis 1:30 Uhr bei Meeresrauschen, Sternenhimmel und Blick auf die zahlreichen Lampenfischer am Meer ausklingen.


Kapitel 7: Limenaria, Metallia Beach, Pefkari
27.07.05 Mittwoch
11:00 Uhr, über 33 Grad. Nach dem einem kurzen Kettensatzwechsel bei unserer 500er Enduro in Limenaria, düsten wir Metallia Beach, ThassosRichtung Metallia-Beach, einer südlich vom Ort gelegenen Bucht. Eine unbefestigte Straße schlängelte sich von der Küstenstraße, vorbei an einer Art „Mini-Stonehenge“ aus Marmorplatten, zum Strand und zu dem angrenzenden alten Bergwerksgelände von Krupp / Seidel. Die Natur hatte sich schon recht viel von ihrem Terrain zurückerobert, trotzdem standen hier noch einige recht gut erhaltene alte Werksgebäude, die auch demnächst restauriertMetallia Beach, Thassos werden sollten. Am kieseligen aber schönen Strand war jetzt kaum etwas los, ebenso in der Taverne, in der wir bei einem Sandwich mit Schinken, Käse und Tomaten den tollen Blick auf das Meer und den Berg Athos genossen. Selten genug, dass man ihn sehen konnte, aber heute war die Sicht bei wolkenlosen Himmel und wenig Wind recht klar. Die Rückfahrt zum Hotel führte uns dann über Pefkari, mit dem kleinen Kiesel-Strand, ein paar Tavernen, einem Campingplatz und dem Albatros-Wassersportverleih. Nach dem Duschen und einem Matratzenhorchdienst bemerkten wir, wie plötzlich dunkle Wolken vom Meer heranzogen. Na, schlug das Wetter um? Egal, um 19:30 Uhr machten wir uns wieder nach Limenaria auf zum Abendessen (5 Minuten Fahrt mit dem Motorrad). Limenaria war zwar nicht so urig wie Potos und die Schoppingmeile nicht so ansprechend wie in Potos, aber zum Essen war es hier wesentlich ruhiger (nicht so ein Geschiebe). Besonders im nördlichen Strandbereich von Limenaria saß man schön gemächlich auf Terrassen oberhalb des Strandes (südlicher Teil wieder mit mehr Bars). Zum Abendessen gab es heute in der Taverne des Hotels Agali Pizza, Moussaka und 4 Getränke für 17€. Günstig für 2 Personen, zumal es noch zusätzlich als Nachtisch Pfannkuchen auf Kosten des Hauses gab. Die Bedienung (Chefin) war sehr freundlich und hatte immer Spaß daran, ihr Deutsch aufzufrischen.


Kapitel 8: Maries, Skala Marion, Limenaria, Potos
28.7.05 Donnerstag
Das Wetter war doch nicht umgeschlagen. Keine Wolken, Sonne pur, aber dafür windiger und „nur“ 29 Grad um 10:30 Uhr. Für heute wollte ich eine Solotour ins Inselinnere machen. An der Hauptkreuzung von Limenaria (mit Bankgebäude an der Ecke) ging es ab nach Maries. Nachdem ich 2 Tankstellen passiert hatte, lag plötzlich zwischen den Wohnhäusern ein kleines Museum zu meiner rechten Hand. Ich beobachtete das Treiben davor. 5 Besucher warteten wohl auf Einlass. Es erschien ein alter Mann, der ein schmales Tor in einem Rollgitter öffnete, gemächlich eine im Weg stehende große Steinplatte zur Seite schob und danach mit den Besuchern irgendwo im Keller verschwand. Irgendwie schien er mir den Vorgang so richtig zu zelebrieren. Erst jetzt fiel mir der große Kasten neben dem Tor auf mit der Beschriftung „Öffnen für Info“. Ich schaute neugierig hinein. Darin befand sich ein Telefon und ein weiterer Zettel mit der Aufschrift: „Falls das Museum geschlossen ist, bitte anrufen“. Andere Länder, andere Straße nach Maries, ThassosMuseen, andere Sitten. Eine Beschreibung dessen, was hier ausgestellt wurde, konnte ich selbst in unserem Reiseführer nicht finden. Ich folgte der asphaltierten Straße weiter, vorbei an einer Abzweigung zum Kastro (unasphaltiert), in Richtung Maries und fuhr durch endlos scheinende Olivenhaine. Schnell fahren sollte man aber auf dieser gut ausgebauten Straße nicht, da überall Ziegen durch die Gegend stromern und auch schon mal mitten auf der Straße stehen. Mittlerweile wurden die Straße und ich von einem kleinen Flüsschen begleitet und nachdem ich eine schöne kleine Kirche passiert hatte (leider verschlossen) erreichte ich den Ortseingang von Maries. Hier gab es nur 2 Möglichkeiten: rechts der Straße folgend, die bald darauf zu einer von zahlreichen Bienenstöcken und Bäumen gesäumten Schotterpiste wurde, oder links den Berg steil hoch in die kleinen Gässchen von Maries. Ein „Zentrum“ schien es in diesem Ort nicht zu geben und besondere „Sehenswürdigkeiten“ auch nicht. Ein klassisches Bergdorf eben. Nachdem ich ein wenig durch die urigen, verwinkelten Gässchen geschlendert war, zog es mich zurück ans Meer. Scala Marion war mein nächstes Ziel. Der Anblick des am nördlichen Ortsrand gelegenen Strandes riss mich nicht vom Hocker. Also folgte ich dem Schild „Zentrum“ zu einem kleineren zweiten Strand mit Bootsanleger und urigen Tavernen. Vor einem Kafenion saßen alte Männer.Skala Marion, Thassos Ein Bouzuki-Spieler sorgte zusammen mit einem Trommler für griechische Live-Musik. Über eine schmale Straße direkt am Meer entlang erreichte ich die südliche Seite von Maries. Ein schlimmer Anblick bot sich mir von diesem Ortsteil: überall Neu-/Rohbauten, an denen vereinzelt sogar gearbeitet wurde. Schön dagegen war die unterhalb gelegene Bucht mit einem feinen flach ins Meer abfallenden Sandstrand und glasklarem Wasser. Jetzt traf ich wieder auf die Küstenstraße, die nach Limenaria zurückführte. Beim Fahren bot sich mir ein herrlicher Blick entlang der hier recht schroffen Steilküste. Alle paar Meter luden kleine Parkplätze zum Verweilen und Genießen der Aussicht auf das Meer ein. Einige Kilometer vor Limenaria, gegenüber der „Iris Gold Factory“, bog ich auf einen Weg ab, der direkt zum Meer führte. Ein von hier aus bis zum Ortsrand von Limenaria durchgehender fast leerer Kieselstrand säumte das Meer. Am frühen Nachmittag erreichte ich dann wieder Potos. Selbst auf der abends viel befahrenen Haupt-Kreuzung war nichts los, wie ausgestorben. Wieder im Hotel, aß ich mit Grit unter den Schatten spendenden Olivenbäumen unseres Hotelgartens einen griechischen Salat. Während Grit danach ein Verdauungsnickerchen machte, erfrischte ich mich im Pool. Meistens war er kaum besucht. So auch heute. Bis auf zwei griechische Familien mit Kindern. Ich fragte mich, wann die beim Das Zoom in Potos, ThassosSprechen mal Luft holten(?). Mit Ruhe und Entspannung war wohl hier heute nichts.
Zum Abendessen verabredeten wir uns mit unseren Bekannten zum Gang nach Potos ins Zooom. Eine Taverne direkt an der Hauptstraße. Da draußen alle Plätze belegt waren, verzogen wir uns in einen klimatisierten Innenraum. Interessant eingerichtet. Die Wände hingen voll mit Fotos und die Bänke waren vor lauter bunten Kissen kaum zu sehen. Irgendwie griechische Wohnzimmeratmosphäre. Das Essen schmeckte gut und war sehr reichlich, wenn es denn mal endlich kam. Teilweise waren auch die Gläser schmierig oder Beilagen kamen erst gegen Ende des Essens. Aufgrund des von uns geäußerten Unmutes lud der Tavernenbesitzer (ich glaub, er hieß Vassili) uns zu einem Tsiporou ein, einem hochprozentigen Selbstgebrannten. Rohrfrei ist da nichts gegen. Der Tsiporou brannte ganz schön in der Kehle und rauchen durfte man beim Trinken auch nicht. Zum Abschluss des Abends kehrten wir dann noch in eine gemütliche Cocktail-Bar oberhalb des Strandes auf ein paar Bierchen ein (südliches Ende der Fußgängerzone, bei Bungalowanlage).


Kapitel 9: Limenas/Thassos-Stadt, Skala Prinos, Limenaria
29.07.05 Freitag
Es wurde ein heißer Tag. Schon morgens um 11:00 Uhr waren es über 30 Grad. Nach einem kurzen Zwischenstopp bei der Bank in Limenaria (Banken haben auch hier am Wochenende geschlossen) erreichten wir nach ca. 1 Stunde Fahrt bei kräftigemalter Hafen in Limenas, Thassos Wind über die westliche Küstenstraße den Hauptort der Insel, Thassos-Stadt oder besser Limenas. Am alten Kriegshafen, der heute von Fischerbooten genutzt wird, machen wir Pause in einer Taverne mit Blick auf die kleine Werft und das am Hang liegende alte Amphitheater. Mittlerweile sollten es über 39 Grad sein. Dies wussten wir zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht und darum machten wir uns auf, über einen serpentinen- und stufenreichen Laternenpfad hinauf zum Amphitheater zu steigen. Wohlweislich aber mit einer neuen Flasche Wasser bewaffnet. Nichtdestotrotz war fast alle 15 Stufen eine Pause fällig. Nachdem wir dann noch irgendwie an dem Theater vorbeigelatscht waren (die Sicht vom Hafen täuschte uns eine andere Lage vor), es immer nur bergauf ging und immer heißer wurde, gab Grit schließlich Weg zum Kastro von Limenas, Thassosgeschafft auf. Mich hatte der Ergeiz gepackt und ich tigerte allein weiter einen schmalen Pfad hinauf. Als ich dann aber auf eine kleine Kirche traf, von der man einen weiten Blick über die Nordküste von Thassos und aufs Festland hatte, wurde mir endgültig klar, dass wir wirklich beim Amphitheater vorbeigelaufen sein mussten, zumal man von der Kirche aus schon das auf dem Berg liegende Kastro sehen konnte. Weil ich Grit nicht so lange warten lassen wollte und es auch immer heißer wurde, machte ich kehrt. Nebenbei gesagt, das Kastro soll aber einen Besuch lohnen, aber dabei auf Temperaturen und Kreislauf achten, Wasser mitnehmen! Beim Abstieg fielen uns wieder die komischen Holzkontainer auf, die innen wieBlick auf Limenas, Thassos Umkleidekabinen aussahen. Verflucht, das Theater musste doch hier irgendwo sein. Stimmte. 30 Meter entfernt lag es dann und zu allem Übel ... wegen „Restaurierungsarbeiten geschlossen“. Grmpf. Also wieder die zig Stufen runter zum Hafen, nur versüßt durch den tollen Blick über Limenas. Am Hafen angekommen wurde eine neue Wasserflasche fällig. 1,5 Liter scheinen bei den Temperaturen in 1 Stunde zu verdunsten. Mit Hilfe einer Wasserstelle (Kopf unter Wasser gehalten) waren wir wieder etwas erfrischt und besuchten nun das Asperon, eine antike Ausgrabungsstätte, die uns aber nicht so vom Hocker haute, zumal wenn man sie z.B. mit antiken Relikten auf Rhodos verglich. Ansonsten war der meernahe Bereich von Limenas sehr touristisch eingerichtet, was sich in dem Angebot der zahlreichen Geschäfte in der Fußgängerzone widerspiegelte. Da lockten uns doch mehr die kleinen Gässchen. Und siehe da, hier ging es schon wesentlich griechischer zu: interessante Wohnhäuser der Einheimischen, schöne Plätze (u.a. auch Platz des Herakles mit liegenden Säulen). Nach einer weiteren Pause in eine Hafentaverne in der Nähe des Fähranlegers mit Sicht auf eine Delphin-Skulptur aus Marmor machten wir uns auf den Weg zum Bike. Die Rückfahrt führte uns vorbei am Hotel Coral (bei Skala Rachoni, recht einsam Sonnenuntergang au f Thassoszwischen Olivenbäumen gelegen, schöne Holzbalkone und Pool), dem direkt am Meer liegenden 4 Sterne Hotel Ilio Mare Beach (recht schöne Hotel- und Strandanlage, Speisesaal etwas Kantinenoptik) und durch weitere Olivenhaine Richtung Skala Prinos. In der Nähe einer Werft setzten wir uns am kieseligen Strand auf eine Bank und genossen die ruhige Vorabendstimmung. Auf halber Strecke von hier aus zum Hotel hielten wir noch mal an, da die Sonne sich schon langsam dem Horizont näherte und ein traumhaftes Licht über dem Meer erzeugte. So etwas durften wir nicht einfach so während der Fahrt verstreichen lassen. Wir sogen den beeindruckenden Anblick der langsam in der Ägäis versinkenden Sonne in uns auf. In dem glitzernden Widerschein der Sonne auf der Meeresoberfläche malte sich manchmal auch eine Silhouette der vor der Insel liegenden Bohrinseln ab. Es war einfach einAbendessen in Limenaria, Thassos einmaliger Sonnenuntergang, untermalt von den Farben der Ägäis. - Weil es nun schon ziemlich spät war, beschlossen wir, sofort in Limenaria in der Taverne des Hotels Agali (mit der netten Chefin) zu Abend zu essen (Hauptgerichte zwischen 5 und 6€/Person; Essen für 2 mit Souflaki, Hackbällchen, Traubensaft, Soda, Cola und Trinkgeld zusammen 20€). Wieder im Hotel ließ ich erst mal an unserer Pool-Bar zwei „nach-dem-Fahren-Biere“ die Kehle herunterrinnen. Hmmm, das schmeckte und zischte richtig. Unterhalb des Tisches hatten auch andere ihren Spaß: die Mücken, die meine nackten Beine wohl auch sehr schmackhaft fanden. Mittlerweile war es fast 01:00 Uhr und immer noch 29 Grad Außentemperatur. Unsere Nachtruhe im Zimmer begann dann mit dem heftigen Gluckern der auf Hochtouren laufenden Klimaanlage unserer Nachbarn. Auch ein kräftiges Schnarchen, wie von einem Walross, aus einem anderen Zimmer war nicht zu überhören ;-).
Eigentlich wollten wir morgen mit unseren Bekannten nach Kavalla zu einem besonderen Markt fahren. Aber als wir hörten, dass wir dann um 06:00 Uhr hätten aufstehen müssen, sagten wir doch lieber ab und planten stattdessen einen längeren Schlaf und einen Strandtag für morgen. Wir hatten ja schließlich Urlaub ...


Kapitel 10: Strandtag oder „eine kleine Odyssee"
30.07.05 Samstag
Für unseren Strandtag hatten wir uns heute nicht unseren „Hotelstrand“ auserkoren. Von Samos kannten wir kleine etwas Metallia Beach, Thassosversteckte Buchten, die nicht so voll mit Urlaubern waren und einen Sandstrand hatten. So war auch für heute unsere Vorstellung. Aber wo gab es solche Strände auf Thassos? Bis jetzt war uns nichts in der Richtung aufgefallen. Wir versuchten es am Kiesel-Strand von Metallia-Beach in der Nähe von Limenaria. Er war auch toll gelegen, nicht so groß, bot eine kleine Taverne und nur ein paar Urlauber aalten sich in der Sonne (im Schatten schon 35 Grad). Nachdem wir unsere Sachen ausgepackt hatten, wollten wir ins Meer. Im Wasser kam dann die Enttäuschung: überall durchgehende glitschige Gesteinsplatten an Stelle von sandigemTripiti-Beach, Thasos Meeresboden. Grit gefiel der rutschige Untergrund gar nicht, zumal man sich auch beim Losschwimmen die Beine an den Steinen verletzten konnte. Also wieder alles eingepackt und auf zum nächsten Strand. Ich erinnerte mich noch an die Bucht vom Tripiti-Beach, die ich auf einer meiner Solo-Touren besucht hatte. Hier bestand der Strand aus feinem Sand und der hintere Bereich erinnerte teilweise fast an eine Dünenlandschaft. Wir parkten das Bike unter schatten spendenden Bäumen (dann wird die Sitzbank nicht so heiß) in der Nähe einer Beach-Taverne und tigerten erst mal ans Wasser. Leider war ab hier Ende mit dem feinen Sand und grobe Kiesel hätten den Gang ins Meer erschwert. Und auf das Skala Marion, ThasosRumgeeier wie der Storch im Salat hatten wir keine Lust. Aller guten Dinge sind drei: der kleine Strand auf der Südseite von Skala Marion. Endlich ein Treffer; flach ins Meer hinein abfallender feiner Sandstrand. Auf der einen Seite ist die Bucht von schön überwucherten Felsen begrenzt. Die andere Seite bot leider den Anblick der oberhalb gelegenen Neubauten von Skala Marion, von denen teilweise von Ferne etwas Baulärm zu hören war. Aber selten. Als sich nach etwas Schwimmen im glasklaren Meer der kleine Hunger meldete, ließen wir alle Sachen am Strand liegen und fuhren auf die Landzunge zwischen unserer Bucht und dem Zentrum von Sk. Marion. Vorbei an vielen international beflaggten Fahnenmasten und am Meer entlang (Einbahnstraße), erreichten wir eine terrassenförmig angelegte Taverne, die einen weiten Blick auf das Meer bot und deren Besitzer Deutsche waren. Nach dem fast obligatorischen griechischen Salat und Getränken ging es zurück zum Strand, wo wir noch bis zum späten Nachmittag dem Müßiggang frönten. Solange, bis schließlich einige griechische Familien mit Kindern auftauchten und wir beschlossen, aufzubrechen, da es uns zu unruhig wurde.


Kapitel 11: See von Maries, Gipfeltour zum Ipsarion, Kastro
31.07.05 Sonntag
Da Grit keine Lust auf eine Tour hatte, machte ich mich nach dem Frühstück fertig zu einer Fahrt zum Gipfel des Ipsarion, dem höchsten Berg von Thassos. Sicherheitshalber nahm ich aber diesmal auch meinen mit GPS ausgerüsteten PDA mit, auf dem Maries Bienenstöcke, Thassossich eine topografische Karte von Thassos befand. Im Tank meiner Enduro war auch noch genug Sprit. Startpunkt war Maries, von wo aus eine Schotterpiste (oder Dirty Road, wie sie inSee bei Maries, Thassos Karten genannt wird) zum Gipfel führte. Vorbei an zahlreichen Bienenstöcken und durch schöne Wälder erreichte ich als erstes den malerisch gelegenen See von Maries. Nahm man die 2. Möglichkeit, die zum See führte, so konnte man über einen Steinwall am Anfang des Sees durch das schattige Bachbett zu den oberhalb gelegenen Wasserfällen wandern. Für Ende Juli floss erstaunlich viel Wasser. Menschen traf ich hier kaum und so genoss ich die Natur, den leise in den Bäumen raschelnden Wind und das Plätschern der Wasserfälle. Vorbei an zahlreichen Ziegen fuhr ich weiter Richtung Gipfel. Kurze Zeit später tauchte ein Wegweiser zum Ipsarion auf, der sowohl mit griechischen, als auch mit lateinischen Buchstaben beschriftet war.Wegweiser Ipsarion, Thassos Die griechische Schreibweise sollte man sich, wenn man sie nicht deuten kann, gut einprägen, denn ab hier kamen nur noch griechisch beschriftete Schilder. DieFahrt zum Ipsarion, Thassos serpentinenreiche recht gut zu befahrende Schotterpiste schraubte sich immer höher, meistens begleitet von einem reichen Waldbestand. Von Kurve zu Kurve bekam ich einen ständig wechselnden traumhaften Ausblick über die einsame Landschaft, die Bergrücken und Täler. Auf andere Menschen sollte ich längere Zeit nicht mehr treffen. Wenn ich stattdessen mal auf eine Gruppe Ziegen traf, so bekam ich zu Anfang schon mal einen Gänsehaut, da die Erinnerung an Samos mit unserer negativen Erfahrung mit einer Ziegenherde und den bissigen Hunden noch im Hinterkopf saß. Aber hier gab es scheinbar gar keine Hunde, die die Schafe bewachten. Mittlerweile hatte ich eine Höhe von 900 Metern ü.N.N. erreicht und machte einen Stopp bei einem Hinweisschild zu einer Bergwanderhütte. Mit dem Ausschalten des Motors war Gipfel des Ipsarion, Thassosnur noch Stille um mich herum. Nur noch die Natur und ich. Selbst Vögel waren in dieser Höhe nicht mehr zu hören. Stille und die Weite um mich herum gaben mir das Gefühl, allein auf der Welt zu sein. – Genug geträumt. Die „Straße“ wurde nun immer steiler und immer schlechter zu befahren, bis ich schließlich mein Bike unterhalb des Gipfels in der Nähe der großen Eisenplattform abstellte, die eigentlich mal als Standort für eine Radaranlage der Militärs dienenBlick vom Ipsarion, Thassos sollte. Sie machte einen ziemlich demolierten Eindruck, was auf den Widerstand der Thassioten zurückzuführen war, die gegen den Bau dieser Anlage waren. Betreten sollte man sie auf keinen Fall, da viele Haltebolzen einfach mit einer Flex durchgetrennt worden waren. Nur noch ein paar Meter und ich stand auf dem höchsten Gipfel von Thassos in 1206 Metern ü.N.N. Was sich mir hier für ein Rundblick bot, war unbeschreiblich und lässt sich auch fast gar nicht in Worte fassen: der zweithöchste Gipfel von Thassos, über Panagia auf die Bucht vom Golden Sand mit Potamia, das griechische Festland, das bergige Hinterland bis zum Kastro und darüber hinaus bis zum Meer bei Limenaria. Leider war es recht dunstig, so dass viel im Dunst nur zu erahnen war. Nach einer ausgiebigen Pause und dem Eintrag in das Gipfelgästebuch (liegt in einem gelben Kasten am Gipfel) machte ich mich auf den Rückweg, auch, da mein Wasservorrat so langsam zur Neige ging und der leere Magen sich meldete. Da ich nicht wieder über Maries Taverne am Kastro, Thassoszurückfahren wollte, war ich froh, dass ich irgendwann ein Schild mit der Aufschrift „Theologos“ entdeckte (in griechischer Schreibweise natürlich) und folgte ihm. Dies ging so lange gut, bis das nächste Schild an einer Weggabelung genau zwischen zwei Wege zeigte. Hm? Mittels meines GPS-Empfängers hätte ich den Weg natürlich finden können, aber zufällig sah ich noch ein eindeutiges Schild: -> „Kosta’s Taverne (Kastro)“. Da mein Magen nun wirklich auf Reserve lief, ließ ich also meinen leerenKosta's Taverne, Thassos Magen den Weg festlegen. Auf zum Kastro. Das Fahren mit der Enduro durch diese abwechselungsreiche Landschaft mit immer neuen Ausblicken machte richtig Gaudi. Kurz vor dem verlassenen Kastro-Dorf traf ich wieder auf die ersten Menschen. Müde finnische Wanderer, die von Limenaria aus zu Fuß zum Kastro gelaufen waren. Bei den Temperaturen und zumal noch mit einem Kleinkind im Kinderwagen eine erstaunliche (oder verrückte?) Leistung. Kosta’s Taverne lag mitten in dem ausgestorbenen Dorf neben einer Kirche, die, wie er mir später stolz zeigte, von innen und außen in einem Topzustand war. Sie wurde mit einem 30 cm großen Schlüssel geöffnet und machte mit den im Innenraum brennenden Kerzen den Eindruck, als würde hier gleich ein Gottesdienst stattfinden. Er erklärte mir in recht gutem Deutsch, dass dieser Zustand durch Spenden von Einheimischen aus Limenaria ermöglicht wurde, die früher hier gewohnt hatten. Eine Geisterkirche in einem Geisterdorf. Vor der Taverne nahm ich in aller Seelenruhe einen griechischen Salat zu mir und trank eine Cola. Beides zusammen für 4,50€. Erstaunlich, da Kosta alles mit seinem blauen L200 Pick-Up über die Holperstraße hierher bringen musste. Geöffnet hat Kosta seine Taverne von ca. 10:00/11:00 Uhr bis Sonnenuntergang. Mein Rückweg führte mich jetzt über die holperige aber recht gut zu befahrende Erdstraße nach Limenaria. Die tief stehende ägäische Sonne tauchte den Hafen und den darüber liegenden Palast in ein phantastisches Licht (18:30 Uhr). Wieder im Hotel Atrium, sprang ich erst mal in den menschenleeren Pool bevor wir dann wieder zusammen in der Taverne „Garden of Sense“ an der Küstenstraße zum Abendessen gingen.


Kapitel 12: Prinos, Mikros-/Megalos-Prinos, Skala Kallirachis, Limenaria
01.08.05 Montag
Da wir den Markt in Kavalla aus Zeitgründen nun nicht besucht hatten, wollten wir heute zum Markt in Prinos, der auch schön sein und orientalisch wirken sollte. Wir mussten uns nach dem Frühstück sputen, denn die Marktstände waren meist nur bis Markt in Prinos, Thassosmittags aufgebaut. Was wir nach einer halben Stunde Fahrt und dem Parken unseres Motorrades sahen, war aber etwas enttäuschend. Der Markt wirkte auf uns ganz und gar nicht orientalisch, sondern erinnerte uns mehr an einen Trödelmarkt in heimischen Gefilden. Das Angebot bestand hauptsächlich aus Klamotten, T-Shirts, Hosen, Haarspangen, usw. Zwischendurch war mal ein Obststand bzw. ein Stand, der Dinge des Holzhandwerkes verkaufte. Von griechischem oder gar orientalischem Markt-Flair war nichts zu spüren. Da gegen 13:00 Uhr auch schon mit dem Abbau begonnen wurde, machten wir uns auf nach Mikros-/Megalos-Prinos (auch Mikros-/Megalos-Kazaviti genannt). Mikros-Prinos ist einBlick nach Prinos, Thassos kleiner Vorort von Megalos-Prinos und wenn man nicht genau aufpasste, dann war man schon durchgefahren, bevor man es gemerkt hatte. Wir folgten aber in Mikro-Prinos dem Schild zum Kloster Panteleimona. Bald schon hörte der Asphalt auf und eine Schotterpiste schlängelte sich recht steil und mit engen Spitzkehren den Berg hinauf. Aber auch ein Pärchen auf einem Scooter wagte die Fahrt. In Schritttempo quälten sie sich die Steigung hinauf, immer kurz vor dem Umfallen. Grit hatte anscheinend immer noch nicht genug von der hoppeligen Fahrt und wollte noch „um die nächste Kurve gucken“. Mit unserer 500er Enduro kein Problem und es sollte sich lohnen, denn schon bald erreichten wir ein Felsplateau, von dem man einen traumhaften Blick über das Hinterland von Skala Prinos und das Meer bis hin zum Festland hatte. Umgeben von absoluter Stille, die nur manchmal von nervigen dicken Fliegen gestört wurde, genossen wir die Aussicht. Das Kloster Panteleimona konnten wir von hier aus auch schon sehen, aber da unser Magen knurrte, machten wir uns wieder an die Megalos-Prinos, Thassossteile Abfahrt in Richtung Mikros-Prinos. Das letzte Stück Weg kurz vor dem Ortseingang (wo wieder der Asphalt begonnen hatte) war wirklich sehr steil. Hier sollte man auf jeden Fall gut funktionierende Bremsen haben und auf Verunreinigungen der Straße achten! Vorbei am einem kleinen Amphitheater, führte uns die Straße nun zum Nachbarort Megalos Prinos. Die letzte Parkmöglichkeit befand sich direkt unterhalb des Hauptplatzes mit der großen alten und hohlen Platane. Wer trotzdem weiterfuhr, der landete mitten zwischen den Stühlen der den Platz umgebenden Tavernen. Hier einen Platz zu finden war am frühen Nachmittag kein Problem. Nur eine Handvoll Tische waren belegt. Gemütlich im Schatten (>36 Grad) sitzend verspeisten wir einen griechischen Salat und konnten beobachten, wie es an manchen Tischen qualmte. Wie sich herausstellte, brannte dort griechischer Kaffee, der mit seiner Rauchentwicklung die Wespen vertreiben sollte. Wir hatten keine Probleme mit den Viechern, da wir kein Fleisch bestellt hatten. Nach dem Bezahlen derSkala Kallirachis, Thassos Rechnung schlenderten wir noch ein wenig durch die engen Gassen. Ein uriges Bergdorf mit verfallenen Häusern direkt neben tadellos hergerichteten Gebäuden bot sich uns dar. Auffallend waren die häufig überdimensional großen Portaltüren am Eingang mancher Grundstücke. Schade, dass wir nicht Ende Juli in Megalos-Prinos waren, dann werden nämlich hier Feste mit Musik, Gesang und Tanz gefeiert. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Skala Kallirachis mit seiner schönen Hafen-Promenade erreichten wir gegen Abend unser Hotel und drehten zur Abkühlung erst mal eine Runde im Meer. Es war einfach herrlich, während der Abendstimmung noch etwas in dem klaren, fast spiegelglatten Wasser zu schwimmen. Zum Abendessen machten wir uns dann wieder auf zur Taverne des Hotels Agali in Limenaria. Die nette Chefin servierte uns heute aber ein nicht so leckeres Essen wie sonst. Mein Souflaki schien noch nicht ganz durchgegrillt zu sein und Grits Chicken schmeckte recht trocken, da es ohne die in der Karte stehende Weinsoße gekommen war. Das Beste war dann noch der Nachtisch, den es nach dem Begleichen der Rechnung gab: Schoko- und Bananen-Eis. Komisch, sonst war das Essen hier doch immer gut gewesen?! Zum Abschluss des Abends gingen wir zum südlichen Teil der Promenade, die sich in Hafennähe befand. Im Vergleich zum nördlichen Teil gab es hier mehr Bars als Tavernen und es ging auch lauter zu. In dem an den Strand grenzenden Bereich hatten die Bars zu diesem Zeitpunkt reichlich Tische und Stühle aufgestellt. Bei einer Cola (für den Fahrer) und einem Glas Wein schauten wir bei guter Musik aufs Meer hinaus und beobachteten die zahlreichen Lampenfischer.


Kapitel 13: Paradise Beach, Skala Potamia, Krisi Ammoudia, Panagia, Barbeque
02.08.05 Dienstag
Für Grit war heute Gammeltag angesagt. Nachdem wir uns zum Hotel-Barbeque an der Rezeption angemeldet hatten, packte ich meine Sachen und machte mich auf, die Ostküste zu erkunden. Die obligatorische Wasserflasche war natürlich dabei. Mein ersterParadise-Beach, Thassos Zwischenstopp sollte beim Paradise Beach sein. Von der Küstenstraße fuhr ich den engen Sandweg hinunter zum Strand. Nicht nur der feine Sand sondern auch die vielen Huckel und Löcher machten das Fahren schwer. Unten angekommen, stellte ich zu meinem Schrecken fest, dass der Staubparkplatz so voll war, dass man sogar mit einem Motorrad Abstellprobleme gehabt hätte. Der Strand sah nicht anders aus; ein Badelustiger neben dem anderen. Grausam. So hatte ich die Bucht bei unserem ersten Besuch nicht erlebt. Da konnte man damals nur von Glück reden. Also nichts wie weg hier, sofern der Gegenverkehr und die an der Steigung fast Skala-Potamia, Thassosfestgefahrenen Autos es zuließen. Endlich wieder auf der Asphaltstraße rollte ich weiter durch herrlich grüne Pinienwälder an der Küste entlang in Richtung Skala Potamia und Chrisi Ammoudia. Durch die kurvenreiche Straßenführung boten sich immer wieder neue herrliche Ausblicke über das Meer. Kurz vor Skala Potamia hielt ich an einem Aussichtspunkt oberhalb der Bucht an, trank durstig aus meiner Wasserflasche und ließ mein Auge über den kilometerlangen Sandstrand und das blaue Meer schweifen. So einen richtigen Ort mit Kern schien es hier nicht zu geben. Stattdessen reihte sich Hotel an Hotel. Die Hauptsaison zeigte auch hier ihre Auswirkungen. Zahlreiche Urlauber tummelten sich am Strand und in den angrenzenden Tavernen. So richtig gefiel es mir hier nicht, obwohl der Strand an sich traumhaft und das Hinterland mit dem höchsten Berg der Insel, dem Ipsarion, sehr schön war. Bei meiner weiteren parallel zumTaverne bei Chrisi Ammoudia, Thassos Strand verlaufenden Fahrt ans nördliche Ende der Bucht entdeckte ich auch noch einen recht vollen Campingplatz. Alles in Allem die reinste Touristenhochburg, gar nicht zu vergleichen mit der relativen Ruhe an unserem San Antonio Beach in der Nähe von Potos. Da mittlerweile sowohl mein Tank als auch mein Magen ziemlich leer waren, hielt ich zunächst Ausschau nach einer nicht so überlaufenen Taverne. Glücklicherweise wurde ich etwas oberhalb von Chrisi Potamia, ThasosAmmoudia fündig. Eine recht große Taverne mit dem Namen "Vigli". Schön unter Pinien im Schatten sitzend bestellte ich mir ein Sandwich und eine Cola. Der Schatten tat richtig gut, obwohl es auch hier so um die 38 Grad waren. Die Ruhe hier und der phantastische Blick zwischen den in sattem Grün leuchtenden Bäumen hindurch auf das in der Sonne schillernde türkisfarbene Meer weckten schließlich wieder meinen Erkundungswunsch. Nachdem ich auch meiner Enduro einen vollen Tank in Skala Potamia beschert hatte, ging es nach Potamia. Im Vergleich zu dem Bereich von Golden Sand wirkte das kleine Bergdorf mit seinen engen Gässchen und wenigen, aber typisch griechischen Läden regelrecht verschlafen. Nach einem Panagia, Thassoskurzen Schlenker die Straße bergauf zur Kirche, in deren Nähe auch der Fußweg zum Ipsarion beginnt, fuhr ich weiter über eine schöne kurvenreiche Straße weiter nach Panagia. Immer wieder bot sich mir ein einmaliger Blick über die Bucht, während ich immer mehr an Höhe gewann. Plötzlich war ich mitten in Panagia, denn die Hauptstraße schlängelte sich direkt durch den Ortskern mit seinen Tavernen und Geschäften. Kurz nachdem ich dort links abgebogen war und die Straße durch die angrenzenden Häuschen immer enger wurde (Einbahnstraße), fiel mir sofort in einer kreuzenden Gasse der kleine Kanal auf, durch den Quellwasser bergab schoss. In regelmäßigen Abständen wurde dieser immer wieder von netten Bogenbrücken überspannt. Der gepflasterten Straße folgend erreichte ich schließlich die Kirche des Ortes. Sie war relativ groß und von innen pompös im typiPanagia, Thassossch griechisch-orthodoxen Stil eingerichtet. Daran angrenzend lag ein gepflegter Friedhof, dessen Gräber alle aus leuchtend weißem Marmor bestanden. Zurück auf der Straße fand ich jetzt auch den Ursprung des kleinen Kanals, einen nett angelegten Platz mit großen schatten spendenden Bäumen und diversen Quellen, aus denen reichlich kristallklares Wasser sprudelte. Eine rauschende Idylle, die auch ein alter Einheimischer in aller Ruhe auf einer Bank genoss. Es tat richtig gut, bei der Wärme sich das kalte Wasser über den erhitzten Kopf laufen zu lassen. Welch eine Erfrischung. So langsam wurde es aber wieder Zeit, den Rückweg anzutreten, denn am Abend war ja noch das Barbeque im Hotel angesagt. Also machte ich mich auf, der Einbahnstraße wieder in Barbeque Hotel Atrium, ThassosRichtung Ortskern zu folgen. Vorbei an den Geschäften, die u. a. Dinge des Handwerkes anboten, verließ ich Panagia und erreichte bald wieder die Küstenstraße bei Golden Sand. Als ich so die Küste mit ihren verschieden Buchten und Orten entlang zum Hotel rollte, wurde mir schon etwas wehmütig ums Herz, denn der Urlaub neigte sich ja so langsam dem Ende zu und es war schon wie ein Abschied von Thassos und weder morgen noch übermorgen würde ich hier wieder vorbeikommen. Als ich im Hotel angekommen war, machten wir uns nach einem kurzen Bad im Meer fertig und gingen in unseren Hotelgarten zum Barbeque. Der Grill war schon voll in Betrieb und wir suchten uns einen Tisch in der Nähe des Strandes. Nachdem die „Schnarchnase“ von der Pool-Bar uns endlich registriert hatte, bekamen wir schließlich auch eine Tischdecke und Getränke. Sobald wir uns die ersten Beilagen vom Buffet geholt hatten, wurde auch schon von dem gut gelaunten Mario das erste gegrillte Fleisch, leckere Souflaki-Spieße, an den Tisch gebracht. Dies lockte leider auch die nervigen Wespen an, die dann aber nach Sonnenuntergang wie gewohnt wieder verschwanden.


Kapitel 14: Letzter Tag, Abreise, Feedback-Möglichkeit
03.08.05 Mittwoch
Leider geht jeder Urlaub irgendwann mal zu Ende. Nun war es bei uns fast so weit. Nach dem Frühstück mußten wir als erstes mal unsere Mobilität wieder aufgeben. Das fand ich ja gar nicht gut, denn dies bedeutete, das Motorrad wieder beim Verleiher in Potos abzugeben.



04.08.05 Donnerstag
Der Rückflug stand bevor. Um kurz nach 07:00 Uhr sollte uns der Reisebus abholen und wieder zur Fähre nach Linenas (Thassos-Stadt) bringen. Mann war das früh. So früh waren wir schon lange nicht mehr aufgestanden.

Flugzeug in Kavalla
Das war unser Reisebericht zu einem schönen Aufenthalt auf der griechischen Insel Thassos in der Nordägäis.
Falls Ihr Fragen zum Urlaub habt, so steht Euch unser Thassos-Forum zur Verfügung.
Über Euer Feedback würden wir uns aber auch freuen. Dies ist in unserem Gästebuch möglich.

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