Samstag, 15. September 2012

Griechenland: Reisebericht Lefkas (ionisches Meer)

Kapitel 1: Start in einen späten Sommerurlaub auf Lefkas.



Vorwort:

Dieses Jahr wollten wir endlich mal wieder im warmen Süden einen Strandurlaub machen. Unsere letzten Reisen hatten uns zwar auch in den Süden geführt, aber entweder war es eine Städtetour gewesen (St. Moritz/CH, Straßburg/F) oder eine Novemberwetterflucht nach Madeira mit grobkieseligen Stränden und kaltem Meer oder ein Kurztrip nach Mallorca/E im Mai, wo auch kein Baden oder am Strand liegen möglich war.
Seit längerem wollten wir mal wieder auf eine griechische Insel, aber die momentane Finanzkrise mit den damit verbundenen Unruhen machte uns auch aufgrund der Medienberichte bzgl. Griechenland ein wenig skeptisch, ob es jetzt ein guter Zeitpunkt war, dort hin zu reisen. Wir befragten aus Griechenland zurückgekehrte Urlauber und verfolgten auch die Rückmeldungen in unserem Forum aufmerksam und mußten feststellen, daß wohl alle Sorgen unbegründet waren. Niemand berichtete über Feindseligkeiten gegenüber deutschen Urlaubern auf griechischen Inseln, über leere Geldautomaten oder vermehrt auftretende Streiks. Eingermaßen beruhigt beschlossen wir, wieder mal eine neue für uns bis jetzt unbekannte griechische Insel als unser nächstes Reiseziel zu besuchen. Im Hinterkopf schwirrte schon immer Lefkas, eine Insel im ionischen Meer, herum. Sie sollte aufgrund unserer bisherigen Informationen sehr üppige grüne Vegetation und schöne Strände besitzen. Die Suche nach einem Reiseführer gestaltete sich recht schwer, da die Insel noch nicht so touristisch erschlossen bzw. bekannt ist, so daß wir keinen Führer fanden, der sich speziell mit Lefkas befasste. Beim Michael-Müller-Verlag war im Reiseführer "Griechische Inseln" wenigstens ein "Lefkas"-Teil enthalten. Weitere Infos besorgten wir uns im Internet.
Da wir einen Badeurlaub anstrebten, mußten wir demnach an der Westküste eine Unterkunft finden, da dort die schönsten Strände sein sollten. In Frage kam somit der Ort "Agios Nikitas" an der Nordwestküste, zumal von dort aus auch mal ein schneller Abstecher in die 12km Hauptstadt Lefkada möglich war. Das Hotel war schnell gefunden, da es in dem 100 Seelen Dorf nur eine Hand voll Hotels gab. Wir buchten über unser Reisebüro bei Attika das "Odyssey" direkt in der Fußgängerzone des Ortes.


Sa., 15.09.2012


Endlich war es soweit, dem deutschen Schmuddelwetter zu entkommen. Der Flieger ging ab Düsseldorf um 15:30 Uhr MESZ und die Landung in Preveza (Festland) erfolgte bei starker Bewölkung nach ca. 2050 Flugkilometern (s. auch Video in unserer Lefkas-Filmgalerie) gegen 19:10 Uhr Ortszeit (= MESZ + 1 Stunde). Im Ankunftsbereich des kleinen Flughafengebäudes gab es zwei Kofferbänder, wovon nur eines in Betrieb war. Dafür transporte dieses schön gemischt sowohl Koffer von einem Flieger aus München als auch von unserem aus Düsseldorf. Ja, wir waren jetzt in Griechenland.
Dieses südeuropäische "Alles nicht so genau nehmen" kannten wir bereits aus vergangenen Urlauben. Immer schön locker sehen ;-). Die Hauptsache war ja, daß unsere Koffer irgendwann kamen. Die Attika Reiseleitung verkündete ihr Erscheinen für den nächsten Tag um 09:30 Uhr im Hotel an und schickte uns sogleich zu einem wartenden Taxi, das uns zu unser Unterkunft bringen sollte.
Wie hieß das Hotel doch gleich? Ach ja: "Odyssey". Und der Name war Programm. Mit halsbrecherischem Tempo fuhr der Taxifahrer bei zunehmender Dunkelheit über die kurvigen Straßen in Richtung Lefkada. Kaum 2km, nachdem wir die Schwimmbrücke passiert hatten, bog das Taxi plötzlich nach Osten ab. Komisch, lag unser Hotel "Odyssey" nicht an der Westküste??? Wir wunderten uns über den "Schleichweg" unseres Fahrers und warteten ab. Als er uns aber dann kurz vor Nidri bei irgendeinem Hotel absetzen wollte, klärten wir ihn über unser eigentliches Ziel auf. Er war total irritiert, aber nach einigen Diskussionen mit Händen, Füßen, etwas Englisch und Telefonaten mit seinem Chef, brachte er uns zu einem Treffpunkt, wo wir das Taxi wechseln mußten. Schließlich konnten wir gegen 21:30 Uhr doch noch direkt vor unserem Hotel aussteigen.
An der Rezeption wurden wir freundlich begrüßt und danach zu unserem Zimmer gebracht (schön, daß es einen Aufzug gab, der uns mit den zwei Koffern mit je fast 23 Kilo und dem Handgepäck bis in die 2.Etage beförderte). Mittlerweile hing unser Magen fast bis in die Kniekehlen und darum machten wir uns, nach etwas Ausruhen, Frischmachen und Kofferauspacken, auf, in Richtung Meer nach einer Taverne zu suchen. Nach einem kurzen Ausblick vom Ende der Fußgängerzone auf den kleinen Strand, wählten wir die Taverne "To Steki", in der wohl auch Einheimische saßen. Da mußte das Essen ja gut sein. Wir bestellten Gyros und Hänchenfilet. Leider stellte sich im Laufe des Essens heraus, daß alle "Gäste" zum Personal gehörten und das Hänchenfilet (9€) sehr zäh bzw. das Gyros (8€) "durchwachsen" war. Hier würden wir nicht mehr zum Essen einkehren. Um unseren ersten Abend noch schön abzuschließen und da es selbst um diese späte Uhrzeit noch angenehm warm war, wechselten wir zur Bar "Captain's corner" direkt am Strand mit schönem Blick auf das Meer. Hier genossen wir noch einige kühle Amstel und Rotwein (sechs Getränke für 15€), bevor wir gegen 02:00 Uhr müde ins Bett fielen.

Kapitel 2: Erkundung der Umgebung von Agios Nikitas


So., 16.09.2012

Viel zu früh klingelte der Wecker. Schließlich war ja schon um 09:30 Uhr das Treffen mit der Attika Reiseleitung angesetzt. Die Frühstück im Hotel freundliche Reiseleiterin namens Elena (sehr engagiert und ortskundig) vermittelte viele Informationen und Tipps zum Urlaub auf Lefkas und erstaunlicherweise wurde keine reine "Verkaufsveranstaltung" daraus. Das Attika-Ausflugsprogramm wurde zusätzlich kurz vorgestellt und als DIN-A4 Blatt verteilt. Ansonsten hatten wir es auch schon erlebt, daß nur vom Reiseveranstalter angebotene Touren vorgestellt wurden, mehr nicht. An dieser Stelle mal ein Lob an Elena. Auch unser Bericht von der Anreise-Odyssee mit dem Taxi wurde interessiert aufgenommen. Da das Treffen über eine Stunde dauerte und es aber nur bis 10:30 Uhr Frühstück gab, organisierte Elena noch schnell bei der Rezeption, daß das Buffet für uns länger aufgebaut blieb. Bevor wir uns dann verabschiedeten, fragte sie uns noch beiläufig, ob wir lieber Weiß- oder Rotwein trinken würden. Hm? Vorbei am Pool ging es zur Terrasse, wo wir bei herrlichem Sonnenschein und toller Aussicht in nördlicher Richtung auf die Bucht von Agios Nikitas unser erstes Frühstück auf Lefkas einnahmen.
Danach machte ich mich auf, nach einem Leihmotorrad zu schauen. Am Anfang der Fußgängerzone hatte ich bei unserer Ankunft zwei Vermieter bemerkt. Der erste (Europcar) hatte gar keine Motorräder sondern nur Scooter, die zudem einen gammeligen und heruntergekommenen Eindruck auf mich machten. Direkt gegenüber war von Budget eine Verleihstation, die zusätzlich zu den besser aussehenden Scootern noch eine 125er- und eine 660er Enduro im Angebot hatte, welche beide aber in Lefkada-Stadt standen. Die Konversation gestaltete sich etwas schwierig, da die ungarische Vermieterin nur gebroches Englisch mit starkem Akzent sprach. Bei Interesses würde aber die 660er nach Agios Nikitas gebracht werden. Der Preis pro Tag sollte dann bei 25€ inklusive Vollkasko und 300€ Selbstbeteiligung liegen. Ok, schon mal ein Anfang, denn die Auswahl an größeren Motorrädern war in diesem Ort weniger als gering.
Oberhalb von Agios NikitasDen frühen Nachmittag begannen wir erst mal mit einem kleinen Nickerchen, um den fehlenden Schlaf der letzten Nacht nachzuholen ;-).
Kaum wieder wach, bemerkten wir, daß sich der Himmel zugezogen hatte und es bei nur noch 22 Grad anfing, leicht zu regnen. Dieser Zustand hielt aber nicht lange an und so kam in Begleitung eines Regenbogens schnell wieder die Sonne zum Vorschein. Die beste Gelegenheit, mal zu erkunden, was sich südlich unseres Ortes befand. Also schlenderten durch die Fußgängerzone und folgten dann der Küstenstraße in Richtung Kathisma bis zu einem Schild, das auf Nobel-Villen auf dem Berg oberhalb des "Milos-Beach" hinwies. Weiterhin der Straße geradeaus zu folgen schien ohne fahrbaren Untersatz nicht sehr lohnenswert, also bogen wir ab und folgten der steil ansteigenden Sackgasse den Berg hinauf. Die Mühen hatten sich gelohnt. Der Blick über die am Hang klebenden Villen auf den Milos-Beach, das Meer und unsere Bucht war genial. Wir genossen jetzt, nach dem Schmuddelwetter in Deutschland, einfach die wärmenden Sonnenstrahlen, die Stille und die leichte Brise. Da es von hier aus keinen direkten Zugang zum tief unten liegenden Milos-Beach gab, es sei denn man ging über das Privatgelände der Villen, machten wir uns nach einer Weile wieder auf den Rückweg in unseren Ort.
Um nicht wieder zu den Letzten zu gehören, suchten wir uns heute früher eine Taverne für unser Abendessen. Wo wir nicht noch einmal hin wollten, wußten wir ja schon vom gestrigen Abend. Also versuchten wir es diesmal bei der gut besuchten Taverne "Poseidon" direkt neben unserem Hotel "Odyssey". Man merkte, daß es Wochenende war und viele Griechen von Festland einen Abstecher nach Lefkas gemacht hatten. Der Empfang war sehr freundlich und wir bekamen nach Rückfrage gleich eine Speisekarte in deutscher Sprache. Die Auswahl war groß, das Essen lecker und die Atmosphäre entspannt. Diese Taverne konnte man auf jeden Fall mehr empfehlen, als das "To Steki".
Wieder im Hotelzimmer, bemerkten wir eine Flasche Rotwein, die vorher noch nicht vorhanden gewesen war. Nanu? Das beigefügte Schreiben war von unserer Reiseleiterin Elena, die sich mit der Flasche für unsere Taxi-Odyssee entschuldigte und uns weiterhin einen angenehmen Aufenthalt auf der Insel wünschte. Eine nette Geste, und somit beendeten wir den Tag mit einem guten Glas Rotwein auf unserem Balkon.

Kapitel 3: Pefkoulia-Beach, Kathisma-Beach (Westküste)


Mo., 17.09.2012

Wieder begrüßte uns beim Aufstehen herrlicher Sonnenschein und blauer Himmel. Nach einem Frühstück bei angenehmen Temperaturen auf der Terrasse, schaute ich noch mal bei Budget vorbei, da der Verleiher die Yamaha 660R mittlerweile von Lefkada in unseren Ort Agios Nikitas gebracht hatte. Eine Überprüfung und Probefahrt (sollte man immer vor dem Mieten machen!) den steilen Hang hoch zu den Villen oberhalb des "Milos-Beach" ergab, daß Motor und Bremsen ok aber leider die Kette viel zu lang (schlug sogar scheppernd auf den Rahmen) und das Rücklicht komplett ohne Funktion war. Auf einen Kettenwechsel wollte der Vermieter sich vorerst nicht einlassen, aber das Rücklicht wäre in ca. einer Stunde in Ordnung. So lange wollten wir aber nicht warten und die Zeit ungenutzt verstreichen lassen, und so machten uns mit ein paar Badesachen und Getränken auf, zum Nachbarstrand "Pefkoulia-Beach" zu laufen. Er schien eigentlich recht nah, Pefkoulia-Beach, Lefkasaber trotzdem zog sich der Weg ziemlich. Am Anfang ging es von unserem Agios Nikitas Hausstrand aus über eine kleine "Möchtegern-Strandpromenade" und später die Küstenstraße entlang. Die Autos hielten wir dabei immer im Blick, da sie teilweise sehr zügig unterwegs waren.
Nach ca. 40 Minuten Fußmarsch bei mittlerweile 28 Grad erreichten wir schließlich den Strand vom Pefkoulia-Beach. Vorbei an einem Sonnenschirm-/Liegenverleich und einer Strandbar mit Pool suchten wir uns am nördlichen Ende ein ruhiges Plätzchen, wo wir unsere Decke ausbreiteten. Der Sand war größtenteils fein, aber vereinzelt von dicken Kieseln durchsetzt. Hatte auch Vorteile, denn so konnten wir gut unsere Decke gegen Wegfliegen sichern. Da wir ja dieses Jahr endlich mal wieder einen Badeurlaub machen wollten, sollte es auch sofort ins Meer gehen, zumal es eine tolle türkisene Farbe hatte. Dies gestaltete sich aber gar nicht so einfach, da die Wellen der Brandung heute bis zu ca. einen Meter hoch waren und im Brandungsbereich dicke Kiesel die Fußsohlen traktierten und wenig Halt boten (Empfehlung für empfindliche Füße: Strandschuhe). Nach zwei Schritten wurde es dann schnell tiefer, so daß wir endlich in dem herrlichen warmen Meer schwimmen konnten. Einen Eindruck vom Strand könnt Ihr auch in unserer Filmgalerie bekommen.
Mittlerweile waren einige dunkle Wolken aufgezogen, die aber nicht ihre Schleusen öffneten und der Sonne immer wieder freie Bahn gaben. Nach ca. vier Stunden und aufgebrauchtem Wasservorrat machten wir uns auf, in der Strandbar noch bei einem Snack, einer Cola und Eistee die Aussicht über die Bucht zu genießen. Jetzt schlug die Nachsaison zu: keine Snacks, kein Eistee und nur Cola light. Scheinbar wurde zu dieser Jahreszeit nichts Neues bestellt, sondern stattdessen wurden die Vorräte aufgebraucht. Na dann nicht. Wir latschten also stattdessen die Dreiviertelstunde zurück zum Hotel. Welch ein Glück, daß wir bald einen fahrbaren Untersatz haben sollten.
Die Poolbar unseres Hotels hatte jedenfalls noch das komplette Getränkeangebot und so verweilten wir dort. Grit sprang auch gleich in das mir, im Vergleich zum Meer, viel zu kalte Wasser und ich holte unser Bike bei Budget ab. Durch die Mietdauer von 11 Tagen verringerte sich die Miete von 25€ auf 20€ pro Tag. Mein erster Trip mußte gleich zur Tankstelle führen, da schon die Reservelampe leuchtete. Weit mußte ich aber nicht fahren, da sie in Richtung Kathisma schon nach ca. einem Kathisma-Beach, LefkasKilometer kam. Dies war dann aber auch an der Westküste die einzige Möglichkeit, seinen Tank aufzufüllen. Weitere Tankstellen fand man erst an der Nordküste in Lefkada oder an der Südküste in Vasiliki. Der Spritpreis veranlaßte mich nicht gerade zum jubeln, denn 1,86€ waren pro Liter zu berappen. Wie gut, daß man bei einem Motorrad nicht so viel Tankinhalt benötigte.
Die neu gewonnene Mobilität nutzte ich sogleich aus und fuhr weiter in Richtung Süden bis zum Kathisma-Beach. Auf der Abfahrt zum Strand konnte ich mich gleich schon mal an die Serpentinenstraßen gewöhnen, denn in Zukunft sollten mich noch etliche davon erwarten. Das Praktische am Kathisma-Beach war, daß man mit dem Fahrzeug bis direkt hinunter an den Strand fahren konnte (also nicht so, wie beim Milos-Beach, der nur über einen steilen Trampelpfad zu erreichen war). Zahlreiche Parkmöglichkeiten säumten den hinteren Teil des Strandes und einige große Strandbars mit eigenem Pool luden zum Verweilen ein. Leider zeigte sich auch jetzt wieder die Nachsaison, da einige der Bars bereits ihren Taverne in Agios Nikitas, LefkasBetrieb eingestellt hatten. Aber ich konnte mit gut vorstellen, daß hier im Sommer ganz schön was los sein würde. Die Beschaffenheit des Strandes ähnelte der des "Pefkoulia-Beach": feiner Sand mit vereinzelten Kieseln, vermehrt größere Kiesel im Brandungsbereich.
Die Schatten wurden mittlerweile immer länger und die Sonne näherte sich mehr und mehr dem Horizont. Deshalb machte ich mich auf den Rückweg nach Agios Nikitas, was stellenweise recht kühl auf dem Bike wurde, da ich nur mit T-Shirt und kurzer Hose bekleidet war. Nach einer Dusche gingen wir dann in unserem Ort zum Essen. Gestern waren wir im "Poseidon", heute wollten wir die Taverne "Nikitas" in Strandnähe ausprobieren. Das Essen schmeckte gut; es gab Spaghetti Bolognese, gegrilltes Schweinekottlet mit Pommes Frites, ein Mythos, eine große Flasche Wasser und eine 0,5L Karaffe Rotwein für zusammen 24€. Nur die Bedienung war lange nicht so freundlich, wie gestern im "Poseidon". Es ging zwar alles zügig, aber das Verhalten erinnerte doch ein wenig an "Dienst nach Vorschrift". Insgesamt gesehen waren alle Tavernen etwas weniger besucht, da viele der Griechen vom Festland nach dem Wochenende bereits wieder abgereist waren.
Ich beschloß den Tag noch auf unserem Hotelbalkon mit einem kühlen Blonden aus dem Supermarkt, während Grit schon müde von der Sonne und dem Fußmarsch zum Pefkoulia-Beach ins Bett gefallen war.

Kapitel 4: Erster Abstecher nach Lefkada (Hauptstadt von Lefkas), Faneromeni Kloster (Nordküste)


Die., 18.09.12

Um 08:40 Uhr kam bei wolkenlosem blauen Himmel die Sonne hinter dem unserem Hotel "Odyssey" gegenüberliegenden Bergrücken hervor. So mußte ein Urlaubstag anfangen: mit schönem Wetter!
Beim Frühstück gab es fast das gleiche Angebot, wie die Tage zuvor: Geschnittenes Weißbrotbaguette, Butterdöschen, 4 verschiedene Marmeladendöschen, Honig, eine Sorte Wurst, eine Sorte Käse, Eier, Kuchen, Kaffee und Tee, Saft, Obst, Tomaten, Würstchen. Man fand sich schnell zurecht ;-). Der Blick von der Terrasse über die Bucht von Agios Nikitas war aber immer wieder schön. Die ersten Sonnenstrahlen erreichten auch schon teilweise den gegenüber liegenden Pefkoulia-Beach. Scheinbar war dies der erste Strand, der an der Westküste zu dieser Jahreszeit von der Sonne beschienen wurde. Gegen 12:00 Uhr tauchten dann leider wieder dicke Wolken auf, die öfter mal die Sonne verdeckten. Also genossen wir einfach, daß wir Urlaub und Zeit hatten, entspannteLefkada, Greecen und ließen auf unserem Balkon die Seele baumeln.
Den Nachmittag wollten wir dann in Lefkada verbringen. Gesagt, getan. Wir sattelten unser Bike und machten uns auf den 12km langen Weg in die Hauptstadt von Lefkas. Kurz vor dem Erreichen unseres Ziels bot sich uns von einer Anhöhe ein toller Blick auf die Stadt, den Hafen und die Lagune. Wir folgten der Hauptstraße mitten durch die Stadt. Viele Passanten waren um diese Uhrzeit nicht unterwegs. Bei einem Blick in die Fußgängerzone sah es ähnlich aus. (Anmerkung: wie wir später erfuhren, hatten die Geschäfte um diese Jahreszeit im Tageswechsel mal vormittags mal nachmittags geöffnet. Eine Übersicht der Öffnungszeiten lag entweder im Hotel aus oder man konnte sie bei der Reiseleitung erfahren).
Durch einen Kreisverkehr fahrend erreichten wir schließlich den Hafen. Zahlreiche Segelyachten lagen hier vertäut, u.a. auch ein zur Bar umgebautes altes Piratenschiff. Einige Bars hatten ihre Tische und Stühle auf der Hafenpromenade aufgebaut und warteten auf Gäste. Da wir mittlerweile auch Hunger bekommen hatten, Lefkada, Griechenlandparkten wir unser Motorrad (mit einem Auto wäre das Finden eines Parkplatzes schwieriger geworden) und schlendeten bei sommerlichen Temperaturen die Promenade entlang.
An einem weiteren Kreisverkehr hatte man die Möglichkeit, zur SchwimmbrückeLefkada, Greece abzubiegen, in die Fußgängerzone vom Hafen aus zu gelangen oder der Straße "Aggelou Sikelianou" entlang der Lagune weiter zu folgen. Wir entschlossen uns zu letzterem, da auch dort etliche Bars und Tavernen zu finden waren. In der Hauptsaison steppte an dieser Straße bestimmt der Bär. Jetzt hatten zwar auch einige Lokalitäten geöffnet, waren aber nur spärlich besucht. Uns gefiel das "See to Sea" ganz gut. Es war modern eingerichtet, hatte gemütliche Stühle und einige kleine Speisen im Angebot. Bei schönem Blick auf die Lagune und einen Kanal, in dem einige kleine Motorboote festgemacht waren, schmeckte uns der griechische Salat. Er schlug hier aber mit 7€ zu Buche ("Stadt-Aufschlag" inklusive, sonst waren eher um die 5€ üblich). Frisch gestärkt ging es dann weiter durch einen Teil der Fußgängerzone in Richtung Zentrum. Wir waren hier fast die einzigen Menschen, und darum beschlossen wir, an einem anderen Tag wiederzukommen, wenn auch die Geschäfte geöffnet waren.
Der Rückweg nach Agios Nikitas gestaltete sich nicht so ganz, wie wir uns das vorgestellt hatten, obwohl wir dem entsprechenden Strassenschild gefolgt waren. Plötzlich fehlten nämlich die Hinweisschilder und die Straßen, über die wir fuhren, sahen denen von der Hinfahrt gar nicht mehr ähnlich. Es folgten einige Serpentinen und die Straße wurde immer schmaler. Plötzlich erreichten wir das oberhalb von Lefkada liegende Kloster "Faneromeni". Grit hatte auf der Hinfahrt an einerKloster Faneromeni, Lefkas Abzweigung ein entsprechendes Hinweisschild gesehen, also konnten wir gar nicht mehr so weit von unserer ursprünglichen Straße entfernt sein.
Aber wenn wir jetzt schon mal bei dem Kloster waren, so konnten wir es auch besichtigen, zumal ein schönes Portal zum Eintreten in die Anlage einlud. Alles war sehr gepflegt und auch die Gebäude zeugten davon, dass der Orden wohl nicht zu den ärmsten gehörte. Im Innenhof leuchteten die Fassaden in frischem Weiß und die Holztreppen und -geländer sahen so aus, als wenn sie gerade erst gebaut worden wären. Alles strahlte zudem eine göttliche Ruhe aus, so auch der Pope, der mit gemächlichem Schritt in Richtung Kirche ging. Wir folgten ihm in einen nur von Kerzen erleuchteten Raum und konnten dort ein wenig später einem dreistimmigen Gebet lauschen. Wo die beiden anderen Popen sich aufhielten, konnten wir aufgrund der Dunkelheit kaum erkennen. Nur ihre Stimmen waren zu hören. Um die Litanei nicht zu stören verließen wir die Kirche und danach den Innenhof durch den Torbogen unterhalb des Glockenturmes. Von hier aus bot sich ein toller Blick auf den langen Strand bei "Agios Ioannis" und die Lagune vor Lefkada (s. auch Video zum Kloster "Faneromeni" in unserer Lefkas-Filmgalerie).
Küste Lefkas, Griechenland Während wir bei angenehmen 23 Grad die Ruhe und den Ausblick in uns aufsaugten, wurden wir abrupt von lautem Glockengeläut aus unseren Gedanken gerissen. Uff, wie laut doch so kleine Glocken werden konnten. Als der Puls sich wieder beruhigt hatte, gings zurück zum Motorrad. Aber nicht ohne vorher noch mal die geräumige "Toiletten-Anlage" aufzusuchen. Interessant war dabei weniger die Größe, als die Kabinen mit dem Loch im Boden und dem Haltegriff an der Wand ;-). Trotz der recht altertümlichen Einrichtung war alles in einem Tip Top Zustand; bis auf den elektrischen Händetrockner, von dem ich wegen der offen liegenden Kabel lieber die Hände gelassen habe. Außerhalb der Anlage befand sich auch noch zwischen hohen Bäumen und Büschen ein Mini-Zoo mit Enten, Gänsen, Ziegen, Schwänen und Papageien.
Wieder beim Motorrad machten wir uns auf den Rückweg zu unserem Hotel. Nach einer scharfen Rechtsbiegung hatten wir dann auch wieder die Küstenstraße vom Hinweg gefunden. Kurz vor unserem Zielort legten wir noch einen kurzen Zwischenstopp an einem Aussichtspunkt ein, von dem wir einen herrlichen Blick über die Küste bis hin nach Agios Nikitas hatten.


Kapitel 5: Milos-Beach, Sunset + Abendessen am Kathisma-Beach


Mi., 19.09.2012

Der Tag begann wieder mit herrlichem Sonnenschein und warmen Temperaturen. Nach dem Frühstück genossen wir, daß wir Urlaub und einfach mal Zeit hatten. Ganz wie der Milos Beach, Lefkas„Jever-Mann“, der sich in die Düne fallen läßt und die Ruhe genießt (sollte jetzt keine Schleichwerbung sein).
Schließlich machte ich mich dann aber doch gegen Mittag auf, den hinter dem Hotel, auf der anderen Seite des Bergrückens, liegenden „Milos-Beach“ zu erkunden. Ein kleines blaues Törchen neben unserem Pool führte direkt auf den schmalen Trampelpfad den Berg hinauf. Büsche und Bäume gaben nur kurz den Blick auf unsere Bucht vor Agios Nikitas frei. Es war auch besser, beim Laufen den Boden im Auge zu behalten, denn etliche Wurzeln und Steine sorgten für Stolperfallen. Nach ca. 10min. hatte ich den höchsten Punkt des Weges erreicht. Hier ließ es sich nun auf dem Lehmuntergrund besser laufen und einen Augenblick später bot sich mir ein weiter Blick über den „Milos-Beach“. Eine schöne Bucht mit türkisfarbenen Wasser, eingerahmt von der Steilküste. Abgesehen von den Privatzugängen der Villen, die am Hang klebten, war der Weg von Agios Nikitas aus der einzige Zugang zu diesem Strand. Aber ich war noch lange nicht am Ziel. Vor mir lagen noch etliche in den Weg gehauene Stufen und Serpentinen. Bei „Gegenverkehr“ mußte ich mich teilweise zwischen Büsche verdrücken, damit wir an einander vorbei kamen.
Unten empfing mich als erstes eine Art Düne aus feinem Sand. In Richtung Wasser wechselten sich dann ein Streifen Kiesel mit einem Milos-Beach, LefkasStreifen Sand und wieder einem Streifen Kiesel ab. Der direkte Zugangsbereich des Strandes war, wie fast immer, von den Weg zum Milos-Beach, Lefkasmeisten Sonnenanbetern belegt. Ein paar Meter weiter lagen die Badelaken bestimmt 20 Meter auseinander. Trotzdem es mittlerweile ziemlich warm geworden war, machte ich mich auf, den Strand bis zum Ende zu erkunden. Außerdem bot die Steilküste dort Schatten. Je näher ich dem Schatten kam, desto spärlicher wurden die Kleidungsstücke der Badenden. Der hintere Teil des Strandes wurde demnach scheinbar gern von FKK-Freunden genutzt. Trotzdem pausierte ich direkt unterhalb der steil in den Himmel ragenden Felsen und genoss die Aussicht über die gesamte Bucht und das Meer. Die Brandung war heute nicht stark und lockte jeden, ob nun mit oder ohne Badehose, in das kühlende türkisfarbene Nass zu springen (s. auch Video in unserer Lefkas-Filmgalerie). - Bei starkem Wind kann es an diesem nordwestlichen Küstenabschnitt von Lefkas natürlich auch anders zugehen, Surfwellen inklusive. -
Der Rückweg sollte dann ziemlich schweißtreibend werden; erst durch den Sand und dann den steilen Hang hinauf. Deshalb meine Empfehlung, wenn Ihr den „Milos-Strand“ besuchen wollt: nehmt immer genug Getränke mit, da es hier keinerlei Infrastruktur gibt. Auch ein Sonnenschirm ist empfehlenswert, da es ab Mittag kein natürliches Schattenplätzchen gibt. Netterweise konnte man diesen in unserem Hotel „Odyssee“ kostenlos ausleihen.
Wenn der Weg auch etwas beschwerlich war, an den „Milos-Beach“ mußten wir auch mal in den nächsten Tagen zum Baden gehen.
Nachdem ich meinen Wasserverlust wieder aufgefüllt hatte, beschlossen wir, mit dem Bike zum nahegelegenen „Kathisma-Beach“ zu fahren, um dort den Sonnenuntergang zu erleben. Gesagt, getan, nach ca. 10min. Fahrt über die Küstenstraße und steile Serpentinen erreichten wir die Bucht. Im Gegensatz zum „Milos-Beach“ konnte man hier direkt mit dem Auto oder Motorrad bis zum Strand gelangen. Auch zahlreiche Beach-Bars säumten diesen Küstenstreifen (während der Nebensaison natürlich nicht mehr alle geöffnet). Parkmöglichkeiten waren auch entlang der unbefestigten Straße parallel zum Strand reichlich vorhanden. Interessanterweise fuhr in regelmäßigen Abständen ein Tankwagen die Straße ab und versprengte Wasser, damit die am Strand liegenden Urlauber nicht durch aufgewirbelten Staub paniert wurden. Kurz vor Sonnenuntergang Tavernenblick Kathisma-Beach, Lefkashatten wir fast den ganzen Strand für uns alleine. So konnten wir in aller Ruhe die schönen Eindrücke der langsam im Meer versinkenden Sonne genießen. Eine traumhafte Stimmung.
Trotzdem mußten wir uns so langsam Gedanken über unser Abendessen machen. Vielleicht gab es ja auch hier eine nette Taverne. Am südlichen Ende der Bucht wurden wir fündig. Eine geräumige überdachte Terrasse mit tollem Blick auf das Meer lud geradezu zum Verweilen ein. Das Essen, bestehend aus Souflaki und Moussaka, war sehr lecker. Während unseres Essens wurde die Dämmerung mehr und mehr von totaler Dunkelheit verdrängt und man merkte, daß wir fast Ende September hatten, denn die Lufttemperatur sank. Unser Entschluss, hier zu essen, war ziemlich spontan gewesen und darum hatten wir nur kurze Sommersachen an. Das sollte sich noch als ziemlich kalt auf der Rückfahrt herausstellen. Aber solange wir langsam die steilen nur durch den Motorradscheinwerfer erhellten Serpentinen hochfuhren, ging es noch. Außerdem war die Aussicht genial: der Vollmond zog einen silbrigen Streifen vom Horizont bis zum Strand und tauchte die Buch in ein interessantes Licht. Kaum zurück auf der Küstenstraße nach Agios Nikitas, wurde es dann bei höheren Geschwindigkeiten so richtig kalt. Naja, kalt war relativ. Aber selbst 19 Grad konnten durch den Fahrtwind ganz schön kühl werden. Wenigstens hatten wir vom Strand noch die Decke mit, die meine Frau mir um die Brust wickelte und während der Fahrt festhielt. Trotzdem waren wir bei Ankunft im Hotel ziemlich durchgefroren und reif für eine heiße Dusche.


Kapitel 6: Lefkada, Gewitter am Milos-Beach


Do., 20.9.2012

Da durch das Mieten des Bikes schon relativ viel von unserer auf die Insel mitgebrachten Bargeldreserve geschmolzen und wir ansonsten American Express Reisecheques mitgenommen hatten, mußte ich heute in die Hauptstadt Lefkada zur Bank fahren. In Agios Nikitas gab es keine Bank, sondern nur mehrere Geldautomaten. In der Stadt angekommen, empfing mich erst mal ungewohnter Trubel auf den Straßen. Zumal alle wild durcheinander fuhren, südländischer Fahrstil halt. Aber alles reine Nervensache und am besten kam man hier eh mit einem Zweirad durch. Zuallererst steuerte ich die Hauptstelle unseres Motorradvermieter Budget in der Nähe des Hafens an. Vielleicht konnte ich dort jemanden „überreden“, die ausgeleierte Kette zu wechseln. Mir war die Gefahr zu groß, daß sie vielleicht in einer der steilen Serpentinen reißt oder durch Schlagen den Motor abwürgt. Nach etwas hin und her in diversen Sprachen, wurde sie schließlich gewechselt. Während der Werkstattzeit stellte mir der Vermieter sogar einen Scooter zur Verfügung, so daß ich in der Zwischenzeit nicht warten mußte, sondern zur Bank fahren konnte. Bei der dritten Bank in der Nähe der Fußgängerzone hatte ich schließlich Erfolg und man nahm meine Cheques an. Interessant war die Sicherheits-Schleuse, durch die man erst hindurch ging, bevor man in den Schalterbereich gelangen konnte. Dort galt es dann, sich in die langen Schlangen einzureihen und zu hoffen, sich an der richtigen angestellt zu haben. Gott sei Dank gab es für Wechselgeschäfte einen extra Schalter, an der nur eine Person vor mir war. Trotzdem dauerte es über 20min. bis ich endlich dran war. Schienen komplizierte Geschäfte gewesen zu sein ;-(. Aber so kann es einem in Banken ergehen, da diese nur vormittags geöffnet haben und halt dann alle mit ihren Anliegen kommen. Fazit: auf Lefkas sollte man trotz geringerer Sicherheit besser nur EC-Karten oder Bargeld verwenden. Natürlich werden diese Zahlungsmittel, wenn sie „abhanden“ kommen, nicht über eine Versicherung ersetzt.
Auf der RückfahrtMilos-Beach, Lefkas nach Agios Nikitas wollte ich diesmal den direkten Weg über die Küstenstraße wählen. Aber irgendwie brachten mich die Einbahnstraßen und plötzlich fehlenden Schilder wieder auf den gleichen Weg, den wir schon mal aus Lefkada heraus genommen hatten: am Kloster Faneromeni vorbei. Na, egal.
Wieder im Hotel „Odyssee“, machten wir uns fertig, um zum Baden an den „Milos-Strand“ zu gehen. Die Fotokamera blieb im Hotel, dafür kamen Wasserflaschen und eine zusammengefaltete Luftmatratze mit. Durch das blaue Törchen am Pool ging es über den Trampelpfad zum Beach, wo wir uns ein ruhiges Plätzchen etwas abseits des direkten Zugangsbereiches zum Strand suchten. Sofort machte ich mich an den Lungentest, sprich: Aufblasen der Luftmatratze. Geschafft, aber frisch mit Sonnenschutz eingeschmiert, legten wir uns erst mal auf unsere Decken und saugten die wärmenden Sonnenstrahlen in uns auf.
Und jetzt kam es. Da unsere Augen entweder geschlossen oder auf den blauen Himmel über uns schauten, bemerkten wir gar nicht, daß sich über dem Meer dicke tief schwarze Wolken zusammenbrauten. Erst ein plötzlicher Donner, wie von einem Überschallflugzeug, schreckte uns und alle anderen Sonnenanbeter auf. Unsichere Blicke an den Himmel und Kontrollen der Windrichtung überall. Man bemerkte richtig die Unruhe, die sich so langsam am Strand breit machte. Einpacken und gehen, oder hoffen und bleiben? Wir waren doch noch gar nicht lange hier. Als die dunkle Front aber mehr und mehr mit heftigen Blitzen auf uns zu kam und sich auch schon eine kleine Karawane den Berg hinauf bewegte, packten wir auch unsere Sachen. So schnell hatte Lefkasich noch nie versucht, die mühsam aufgeblasene Luftmatratze wieder zu entleeren. Alle hasteten auf einmal so schnell wie sie nur konnten den Berg hoch. Auf halber Strecke vor dem höchsten Punkt fielen die ersten Regentropfen. Oh, oh. Das Gewitter und wir sollten zum gleichen Zeitpunkt am höchsten Punkt des Bergrückens sein. Nicht schön. Zudem verwandelte der mittlerweile in Sturzbächen vom Himmel fallende Regen den Trampelpfad in die reinste Rutschbahn.
Beim Abstieg versuchte ich doch glatt, wie es sich auf einem Kaktus sitzt. Autsch, aber die Gewitter auf Lefkas, GriechenlandLuftmatratze hatte es überlebt ;-). Normalerweise konnte man von hier auf die Bucht vor Agios Nikitas schauen, aber die Schauer minimierten die Sicht auf vielleicht 50m. Endlich wieder am Pool unseres Hotels angekommen, waren wir klitschnass bis auf die Haut. Sturzbäche flossen von den Dächern und über die Straßen. Erstaunlicherweise war der ganze Spuk so schnell wie er gekommen war auch wieder vorbei. Nach unserem Duschen gaben die finsteren Wolken schon wieder den blauen Himmel frei und die Sonnenstrahlen erschufen einen genialen Regenbogen (s. auch Agios Nikitas-Video in unser Lefkas-Filmgalerie).
Nach einem gemütlichen Bierchen auf unserem Balkon, machten wir uns auf, in der Taverne in der Nähe des Strandes zu abend zu essen. Da teilweise immer noch dunkle Wolken Platzregen möglich machten, war es schön, daß die Taverne eine überdachte Aussenterasse besaß. Bei noch angenehmen Temperaturen bestellten wir Souflaki, Chicken-Filet und einen halben Liter Wasser bzw. Amstel. Das Essen war gut, die Bedienung schnell und freundlich und der Preis war auch ok; zusammen 18,50€.
Für den Absacker wechselten wir dann in die nebenan liegende Bar "Captain's Corner". Hier standen Tische und Stühle direkt oberhalb des Strandes; leise Musik und schöner Blick auf das leicht rauschende Meer inklusive. Ein schönes Plätzchen, um den Abend bei einem Glas Rotwein (à 3€) ausklingen zu lassen. Auf dem Rückweg zum Hotel statteten wir dem kleinen Supermarkt noch einen kurzen Besuch ab. Da wir vor unserem Urlaub eigentlich gar keinen Reiseführer gefunden hatten, der sich expliziet mit Lefkas befasste, nutzten wir hier die Möglichkeit, aus der recht großen Auswahl einen deutschsprachigen Führer zu erwerben. Apropo Supermarkt: die Nachsaison machte sich so langsam bemerkbar. Der Supermarkt am Orteingang hatte bereits den ersten Tag geschlossen. Ebenso ein Bekleidungsgeschaft und die Taverne, in der wir am ersten Abend gegessen hatten (war aber nicht schade drum).


Kapitel 7: Lefkada, Agios Ioannis


Fr., 21.09.2012

Gegen Mittag erreichten wir Lefkada (Lefkas-Stadt). Das Motorrad parkten wir in der Nähe des recht großen Sportboot-Hafens (mit dem Auto wäre es schwieriger Lefkada Hafen, Griechenlandgeworden), um dann die Hafenpromenade entlang zu schlendern. Viele Segel- und Motoryachten aus allen möglichen Ländern lagen hier in Reih und Glied vertäut. Auffällig war besonders ein altes zu einer Bar umgebautes Piratenboot.
In der Nähe des Damms, der zur der Schwimmbrücke führte, die Lefkas mit dem Festland verband, begann an einem kleinen Platz mit diversen Tavernen und Bars die in Richtung Zentrum führende Fußgängerzone. Scheinbar war hier auch ein beliebter Treffpunkt von Schülern nach Schulschluss. Überall standen ihre Mopeds herum, es wurde gelacht und geflirtet. Kein Wunder, das Wochenende stand vor der Tür und das Wetter war nach dem heftigen Gewitter am vergangenen Tag wieder traumhaft. Kein Wölkchen verdeckte den strahlend blauen Himmel. Nicht so, wie in Deutschland, wo nach einem Gewitter Lefkada Zentrumerst mal wieder eine Woche schlechtes Wetter herrschte. So ist der Süden Europas halt.
Nachdem wir uns durch den Trubel gemogelt hatten, erkundeten wir die Fußgängerzone näher. Zahlreiche kleine Geschäfte wechselten sich mit weiteren Bars oder Tavernen ab. Neben ein paar der üblichen Souvenir-Shops gab es aber auch nette Geschäfte mit einheimischen Produkten und Spezialitäten. Es lohnte sich aber auch, mal ab und zu einen Blick in die schmalen verwinkelten Nebengässchen zu werfen. Hier fand man dann z.B. die urigen Läden von alteingesessenen Händlern, die vom Alter her sich zwar kaum noch auf den Beinen halten konnten, aber zu günstigen Preisen ihr Obst und Gemüse verkauften. Interessant war auch der Glockenturm einer alten Kirche am zentrumnahen Ende der fußläufigen Zone. Er bestand aus einer ungewöhnlichen Eisenkonstruktion, die ihn schon seit Jahrzehnten vor Erdbeben geschützt hatte.
Bevor wir uns wieder auf das Bike schwangen, kehrten wir noch in das an der Hafenmole festgemachte Piratenboot ein. Es war rundum verglast und bot einen ungehinderten Blick über den gesamten Hafen und auf die Stadt. Bei einer erfrischenden Cola und guter Musik schauten wir dem Treiben der ein- und auslaufenden Boote zu. Wer Lust hatte, der konnte auch Backgammon, oder wie es in Griechenland eigentlich heißt, Tavli spielen. Als es wärmer wurde, klappte man sogar alle Fenster herunter, so daß eine angenehme Brise durch das Schiff zog (siehe auch Video in unserer Lefkas-Filmgalerie).
Schwimmbrücke Lefkada, Griechenland Die Schwimmbrücke hatten wir ja bereits bei unserer Anreise passiert. Doch jetzt wollten wir uns die blau angestrichene Konstruktion, die Lefkas trotz der Nähe zum Festland den Inselstatus bewahrte, mal im Hellen anschauen. Zu allererst mußten wir aber warten, denn eine der Rampen war gerade für die Durchfahrt eines Schiffes hochgezogen worden. Direkt nach holprigen Überfahrt der Schwimmbrücke erreichten wir die alte Festung "Agia Mavra (Santa Maura)". Eine Besichtigung des Inneren war aber nicht möglich, da alle Eingänge versperrt waren und scheinbar eh nur noch die Befestigungsmauern existierten. Also ging es weiter über den langen Damm in Richtung Festland. Am Ende des Damms lag auf einem Hügel noch eine Burg. Vielleich konnte man ja diese mal von innen besichtigen.
Festung Griva, Lefkas Wir hatten Glück; auf der Rückseite gelangten wir durch einen offenen Torbogen und stockdunklen Vorraum in den Innenbereich der alten Festung "Griva" oder auch "Tekés". Was wir hier vorfanden, hätte den Besuch allein wahrscheinlich nicht gelohnt, aber wir wurden durch eine tolle Aussicht entschädigt. Vor uns lagen im strahlenden Sonnenschein Lefkada mit seinem Hinterland und dem Sportboothafen, die Lagune und das offene Meer. Also, der Blick von hier lohnte schon einen Abstecher zu dieser alten Befestigungsanlage.
Auf dem Rückweg bogen wir dann nach der Schwimmbrücke nicht links nach Lefkas-Stadt ab, sondern Strand Agios Ioannis, Lefkaswählten rechts die Straße über die Nehrung Richtung Agios Ioannis. Linker Hand lag nun die Lagune, die übrigens lt. Reiseführer nur zwischen 30 und 60cm tief und zur Fischzucht verwendet werden sollte, und rechts ein ca. 7km langer Sandstrand, der erst in Agios Ioannis endete. Viel war bei der Fahrt aufgrund des Bewuchses nicht von dem Strand zu sehen. Erst als wir drei alte Windmühlen ohne Flügel erreichten, führte die Straße direkt am Strand entlang (s. auch Video in unserer Lefkas-Filmgalerie). Es war ein naturbelassener aber schöner breiter Sandstrand. Aufgrund der Lage wehte hier ein recht kräftiger Nordwest-Wind, der für hohe Wellen sorgte. Zur Hauptsaison tummelten sich hier bestimmt viele Surfer, die sich dann auch wieder in einer Strandbar stärken konnten. Heute sahen wir nur einen "Könner", der mit rasanter Geschwindigkeit über die tosenden Wellen flog.
Bei der Kapelle Agio Ioannis Antzoúsis wendeten wir dann, da hier die Straße endete und machten uns nun über das nur 2,5km entfernt liegende Lefkada auf den Rückweg nach Agios Nikitas. Komischerweise sollte uns die Fahrt nicht über die Straßen führen, die wir auf dem Hinweg nach Lefkada genommen hatten, sondern wieder mal .... Na? Natürlich am Kloster Faneromeni vorbei. Wie sollte es auch anders sein; es war wie verhext.
Unser Abendessen wollten wir eigentlich in Agios Nikitas in der Taverne "Klimataria" einnehmen, aber leider waren alle Tische bereits belegt. Normalerweise auch ein gutes Zeichen, was die Qualität der Speisen anging. In unserem Fall führte es aber dazu, daß wir wieder mal in das gegenüber liegende "Poseidon" gingen. Nicht, daß das Essen hier nicht gut war oder die Bedienung unfreundlich, aber wir wollten auch gern mal eine neue Taverne ausprobieren.


Kapitel 8: Egremnoi-Beach


Sa., 22.09.2012

Nach dem Frühstück ließen wir es erst mal schön ruhig angehen. Wir hatten ja schließlich Urlaub und waren nicht auf der Flucht. Trotzdem machten wir uns irgendwann fertig, um, nach einem kurzen Zwischenstopp am "Egremni-Beach", zur südlichsten Spitze von Lefkas, dem Kap "Lefkáta" oder auch Kap "Doukáto", zu fahren. Über die gut asphaltierte aber teils recht kurvige Straße, die parallel zur Steilküste verlief, erreichten wir schließlich ca. 1km hinter Egremni-Beach, LefkasAthani den Abzweig zum "Egremni-Beach".
Kurz vor Ende der Stichstraße zum Strand fehlte plötzlich die Teerdecke. Ebenso plötzlich stand auch auf einmal an einem Parkplatz ein Parkplatzwächter, der uns für das Parken Geld abknöpfen wollte. Schon sehr merkwürdig, denn so etwas hatten wir noch in keinem Griechenland-Urlaub erlebt: Parkgebühren an einem Strand! Zeigte sich hier doch die "Krise" und man versuchte zu Geld zu machen, was nur ging? Wir sahen dies jedoch nicht ein und ich wendete an dem mittlerweile sehr steilen Hang und parkte die Enduro ein Stückchen weiter oberhalb. Den restlichen Weg konnten wir auch zu Fuß gehen. Vorbei an einer Taverne, folgten wir der Treppe zum Strand hinunter. Ich glaube mich erinnern zu können, daß es 340 Stufen bis zum Meer waren. Aber der Blick war atemberaubend: türkisfarbenes Meer und die Kreidefelsen der Steilküste.
Taktisch günstig gelegen hatte man am Ende der Treppe eine Beach-Bar gebaut. Gute Musik sorgte hier noch zusätzlich für gute Egremnoi-Beach, LefkasUrlaubslaune. Der lange Strand war zu dieser Zeit relativ wenig besucht und bestand größtenteils aus feinem Sand, nur ab und zu von einem Streifen kleiner Kiesel durchsetzt. Wir gingen nach rechts und fanden schnell ein schönes Plätzchen für unsere Decke, mindestens 20m von anderen Sonnenbadenden entfernt. Das Meer empfing uns im Brandungsbereich mit weißen Schaumkronen und hohen Wellen, recht typisch für die Westküste von Lefkas. Einmal durch die Brandung gekämpft, ließ es sich aber herrlich in dem türkisfarbenen warmen und glasklaren Wasser schwimmen, trotzdem man sich, bedingt durch die hohe Dünung, zeitweise aus den Augen verlor. Um wieder ein bisschen mehr von der Musik zu hören, ließen wir uns langsam in Richtung Beach-Bar treiben. Beim Versuch dann wieder zu unserer Decke zurückzuschwimmen, bemerkten wir erst die starke Strömung, die dafür sorgte, daß wir schwammen und schwammen, aber nur im Zeitlupentempo vorwärts kamen. Schließlich, nachdem wir in einer viertel Stunde nur ein paar Meter gewonnen hatten, gaben wir auf und gingen den Strand entlang zurück. - Also aufpassen und immer den Strand im Auge behalten. Bei unserem Besuch verlief die Strömung parallel zum Strand von rechts nach links (oder von Nord nach Süd). -
Mittlerweile hatte sich ein „nettes“ Pärchen auf unserer Decke breitgemacht. Nein, nicht auf unserer Decke, aber so nah, dass man sich, Egremnoi-Beach, Westküste Lefkashätte man die Beine ausgestreckt, berührt hätte. Komische Leute gibt es doch; wo es an dem Strand doch sooo viel Platz gab. Na Gott sei Dank gingen sie auch bald wieder.
Da wir nicht nur die ganze Zeit in der Sonne braten wollten, machten wir uns auf einen kleinen Strandspaziergang in nördlicher Richtung. Hinter einer Felsnase, die fast bis ganz ans Meer reichte (bei Flut wohl bis ins Meer), ging der Strand sogar noch weiter. Er war hier zwar nicht mehr so breit, aber der Sand noch feiner und kaum eine Menschenseele, nur Tavernenblick Egremni-Beach, Lefkaszwei Fans des hüllenlosen Badens (geduldetes FKK-Treiben, da vom Hauptteil des Strandes eigentlich nicht einsehbar).
Traumhaft war die Bucht von Egremni, aber wir hatten ja heute noch vor, bis zur Südspitze von Lefkas zu fahren. Also packten wir unsere Sachen und machten uns an den steilen Aufstieg zum Parkplatz. Die 340 Stufen bei sommerlichen Temperaturen forderten ihren Tribut. Wie gelegen kam da die Taverne am Ende der „Bergbesteigung“. An einem Tisch direkt oberhalb des Abhangs genossen wir bei einem großen griechischen Salat und zwei Cola für 9€ den Blick über die Bucht (s. auch Video in unserer Lefkas-Filmgalerie) und sammelten wieder Kräfte für die Weiterfahrt.
Diese sollte uns dann aber nicht mehr zum Kap Doukáto führen, sondern wieder in unser Hotel, denn wir waren länger als geplant am Egremni-Beach gewesen und der Tag neigte sich so langsam dem Ende zu.
Es waren zwar nur ca. 25km bis zu unserem Zielort „Agios Nikitas“, aber durch die vielen Kurven zog sich die Strecke ganz schön hin. Üppige Vegetation säumte die Straße, die uns über Athani, Dragano, vorbei an zahlreichen Ständen mit Honigverkäufern, und durch Komilio wieder in Richtung Norden brachte. Je mehr wir uns Kalamitsi näherten desto tiefer stand mittlerweile die Sonne und bot uns schließlich eine tolle spätsommerliche Abendstimmung mit einen traumhaften Sonnenuntergang über dem Meer. Aber gut, daß wir unsere Pullover mithatten, denn auf den letzten Kilometern bis nach Agios Nikitas wurde es wieder ganz schön frisch auf dem Bike (Ende September halt).
Zum Abendessen gelang es uns dieses Mal, einen freien Tisch in der Taverne gegenüber vom „Poseidon“ (in Agios Nikitas) zu ergattern, dem „Klimataria“. Wir sollten diese Wahl nicht bereuen. Zu zahlen hatten wir am Ende 22€ für: Knoblauch-Spaghetti, ein mit Käse und Speck gefülltes Chicken-Filet, zwei Bier und einen halben Liter Rotwein. Beides war sehr lecker, besonders die Knoblauch-Spaghetti mit Parmesan waren ein Gedicht. Durch die freundliche Bedienung (nicht auf das Geschlecht bezogen) und die lockere Atmosphäre mit spontanen Gesanges- und Sirtaki-Tanzeinlagen fühlte man sich hier einfach willkommen und wohl. Zusätzlich wurden noch auf Kosten des Hauses süße Weintrauben und reichlich Ziporo gereicht (Ziporo = griechische Steigerung von Ouzo). Alles in allem ein beschwingter Ausklang eines schönen Tages auf Lefkas.


Kapitel 9: Nidri an der Ostküste, Wasserfälle bei Rachi


So., 23.09.2012

Heute war für uns ein Ruhetag angesagt. Bei strahlendem Sonnenschein legten wir uns an unseren Hotelpool bis die Sonne unterging: einfach mal die Seele baumeln lassen ;-). Siehe auch Video in unserer Lefkas-Filmgalerie.
Das Abendessen nahmen wir wieder in der Taverne „Klimataria“ ein: leckere Knoblauch-Spaghetti mit Parmesan, hmm (s. Vortag).



Mo., 24.09.2012

Nachdem der gestrige Tag von ruhiger Natur war, zog es uns heute auf die andere Seite der Insel, nach Nidri. Gut bepackt mit Getränken, Fotokamera und warmen Sachen für die Nidri, Ostküste von LefkasRückfahrt, fuhren wir Richtung Lefkada, da wir irgendwie den Abzweig über Sfakiotes und die Berge verpasst hatten (kein Wunder, das Hinweisschild war aus unserer Fahrtrichtung nämlich nur von hinten zu lesen). Na egal, so konnten wir auch mal den Teil der Nordostküste bei Tageslicht sehen, durch den unser desinformierter Taxifahrer schon bei unserer Ankunft im Dunklen gefahren war. (Nur so als Hinweis: wer als Selbstversorger einen Lidl-Supermarkt sucht, der findet ihn am südöstlichen Ortsausgang von Lefkada, etwa 2km vom Zentrum entfernt in Richtung Nidri). Die ungewohnt geradlinig und gut ausgebaute Straße führte uns über Kariotes und Nikiana relativ zügig parallel zum Meer direkt in den Ort „Nidri“. War Nidri so eine Art „Durchgangsstraßen-Ort“?
Das wollten wir später erkunden, denn wir folgten erst einmal kurz nach dem Ortseingang einem kleinen versteckt angebrachten Hinweisschild mit der Aufschrift „Port“ zum Hafen. Zu aller erst fiel uns der schmale grobe Kiesstrand und das reichhaltige Wassersportangebot links der Straße Nidri Strand, Lefkasund rechts die große Anzahl an Tavernen und Bars auf. Nidri schien in diesem Bereich also gut gerüstet für Urlauber zu sein, die tagsüber Wassersport betreiben und abends ihren Spaß in den Bars mit teilweise DJ oder Livemusik haben wollten. War hier im Sommer zur HauNidri Hafen, Lefkasptsaison der „Ballermann von Lefkas“? Na ja, ganz so schlimm auch wieder nicht. Der Strand jedenfalls hatte wohl wegen seiner geringen Ausmaße und der grobkieseligen Struktur eher eine Nebenrolle.
Wir schlenderten die Hafenpromenade entlang, vorbei ein kleinen Fischerbooten, zahlreichen Sportbooten und großen Fähren, die z.B. die Verbindung zu den Insel Spartochori oder Ithaki herstellten. Von hier aus hatte man auch einen guten Blick auf die vorgelagerten Inseln Sparti, Madouri, im Hintergrund Skorpios (Privat-Besitz der Familie Onassis) und die Nordspitze der Halbinsel, die die Bucht von Vlychó schützend umschloß. Gerne wurde diese Bucht von vielen Seglern genutzt, um einen sicheren Ankerplatz zu finden.Wir bogen am Ende der Promenade zur der hinter den Tavernen verlaufenden Hauptstraße ab. Hier gab es etliche Touri-Shops mit allem möglichen Nippes. Auch konnten wir eine große Anzahl an Zweirad-Vermietstationen entdecken, die allerdings so gut wie keine Motorräder größer als 125ccm vorrätig hatten, sondern mehr kleinere Scooter. Wir hatten genug gesehen und kehrten in die Taverne Solymar an der Hafenpromenade ein, um uns bei einem Snack zu stärken. Besonders gefallten hatte uns Nidri bis jetzt nicht, da es ein reiner Touri-Ort zu sein schien, der zwar eine gut ausgebaute Infrastruktur hatte, aber dem halt Wasserfälle bei Rachi, Lefkasder typische Charakter eines griechischen Insel-Ortes fehlte. Irgendwie gefiel uns unser uriges "Nest" an der Westküste, "Agios Wasserfälle bei Rachi, LefkasNikitas", mit den nahegelegenen Traumstränden besser.
Also brachen wir zu unserem nächsten Ziel auf, den "Wasserfällen" in der Nähe von "Rachi". Die Beschilderung war erstaunlich gut und so erreichten wir zügig den am Ende einer Sackgasse gelegenen Parkplatz, von dem aus ein schmaler Fußweg in die kleine Schlucht zu den Wasserfällen führte. Ein wenig erinnerte uns das an die Wanderwege mit den Levadas auf Madeira.
Vorbei an einer Taverne mit einem Verkaufsstand für Honig, folgten wir dem Bach, der um diese Jahreszeit sehr wenig Wasser führte. Schließlich lagen die mehrstufigen Wasserfälle vor uns, die ihr Wasser aus teilweise 20-30m Höhe in die darunter liegenden Becken ergossen. Ein Pärchen nutzte so ein Becken für ein spontanes Bad. Im Hochsommer passiert das hier öfter, da die Temperaturen in der Schlucht angenehmer als an der Küste sind und die Wasserbecken deshalb gerne für eine Erfrischung genutzt werden. Aber was soll ich hier viel schreiben; wenn Ihr einen Eindruck von der Schlucht mit den Wasserfällen bekommen wollt, dann schaut doch in unsere Lefkas-Bildergalerie 3 oder schaut Euch am besten unser Video in der Lefkas-Filmgalerie an.

Für den Rückweg zu unserem Hotel wollten wir nicht die gleiche Strecke wie auf dem Hinweg nehmen, sondern statt über Lefkada durch die Berge fahren. Sicherheitshalber tankten wir noch am südlichen Ortausgang von Nidri, bevor wir uns auf die Suche nach der richtigen Straße machten. Wie sich später herrausstellte, sollte das gar nicht so einfach werden. Aufgrund der plötzlich fehlenden Beschilderung oder Schildern in kyrillischer Schrift, die nur von der Gegenrichtung zu lesen waren, verfuhren wir uns mehrmals. Zumal es reichlich Abzweige in Richtung Westen gab. Nur leider führten die scheinbar alle nicht zu dem im Hinterland gelegenen Ort "Vafkeri". So rollten wir durch üppige Olivenhaine, einsame Gegenden (der große schwarze Hund hatte Gott sei Dank kein Interesse an Blick auf NidriMotorradfahrern; wir waren halt nicht auf Samos) und machten noch einen unplanmäßigen Abstecher nach "Agios Christoforos" und "Neochori", wo dort spielende Kinder meinten, wir wären auf dem richtigen Weg nach "Vafkeri". Wir sollten nur dem Weg weiter folgen. Ergebnis war, daß wir nur die Kirche weiträumig umrundeten und wieder an unserem Ausgangspunkt waren ;-). Entschädigt wurden wir auf unserer Odyssey aber immer wieder durch einen schönen Blick auf Nidri und die Bucht von Vlychó (s. auch Nidri-Video in unserer Lefkas-Filmgalerie).
Als wir schließlich wieder die Hauptstraße bei Nidri erreichten, waren wir kurz davor, aufzugeben und wieder über Lefkada zu fahren. Zumal der Tag sich langsam dem Abend näherte, wir noch einige Kilometer bis zu unserem Hotel auf der anderen Seite der Insel zu fahren hatten und wir die Nase vom Wenden voll hatten. Schon wieder auf der Küstenstraße in Richtung Norden, unternahmen wir dann aber bei der Ortschaft "Perigiali" doch noch einen allerletzten Versuch, die Bergroute zu nehmen.
Über teilweise steile Serpentinen gelangten wir immer mehr in das bergige aber grüne und landschaftlich sehr reizvolle Hinterland. Wir absolvierten bestimmt 15km auf dieser gut asphaltierten Strecke, ohne einer Menschenseele zu begegnen. Dies änderte sich dann schlagartig, als wir das Bergdorf "Karya" erreichten. Die enge Durchfahrtsstraße mit den Geschäften, in denen inseltypische Stickereien angeboten wurden, war so belebt, daß wir fast in einen Stau kamen. Auch auf dem Hauptplatz mit den großen Schatten spendenden Bäumen konnten wir emsiges Treiben beobachten. Schade, daß die Zeit schon so weit fortgeschritten war, denn die netten Gäßchen wären bestimmt einen längeren Besuch wert gewesen, zumal in diesem Ort noch die alten Sitten und Gebräuche gepflegt werden sollten; so z.B. jährlich am 11. August die Darstellung der traditionellen lefkadischen Hochzeit.
Kaum hatten wir den Ort hinter uns gelassen, erlebten wir noch eine Schrecksekunde. In einer unübersichtlichen Rechtskurve kam uns plötzlich ein Auto in hohem Tempo auf unserer Straßenseite entgegen. Der Fahrer schnitt die Kurve dermaßen, daß uns nur noch ein knapper Meter zwischen seinem Wagen und einem am Straßenrand stehenden Müllkontainer blieb. In diesem Fall war es gut, daß wir mit dem Motorrad unterwegs waren. Ein Auto hätte nicht mehr durch die Lücke gepasst. Man konnte sich vorstellen, was dann passiert wäre. Also, immer schön vorsichtig fahren!
Kurz bevor die Sonne hinter dem von Dunst verdeckten Horizont unterging, erreichten wir wieder die Westküste und unser Hotel in Agios Nikitas. Den Abend beschlossen wir dann mit einem leckeren Souflaki bzw. Chicken spezial in der Taverne neben dem "Captain's Corner". Bevor es dann ins Bett ging, gab's aber noch einen Absacker direkt am Strand, da es ein herrlich warmer Abend mit Sternenhimmel, Meeresrauschen und noch um die 24° Lufttemperatur war.


Kapitel 10: Agios Nikitas, Baden am Kathisma Beach


Die., 25.09.2012

Nach dem ereignisreichen gestrigen Tag war heute mal wieder ein ruhigerer Tag angesagt. Wir wollten mal nur in Agios Nikitas bleiben. Also verbrachten Bucht von Agios Nikitas, Lefkaswir nach dem Frühstück bei Traumwetter ein paar Stunden mit Lesen am Pool, bis wir uns dann irgendwann aufmachten, unsere "Hauptstraße" zum Meer hinunterzugehen, um in der Bar "On the Rock" direkt oberhalb des Strandes etwas zu trinken.
Wir waren die einzigen Gäste und der Besitzer freute sich, endlich etwas zu tun zu haben. Die meistens Urlauber tummelten sich um diese Tageszeit noch am Strand oder planschten im fast spiegelglatten Meer. (Bei stürmischem Wetter konnte es aber Agios Nikitas, Lefkasauch vorkommen, daß die Welle bis an die Begrenzungsmauer des Strandes klatschten; dann war von Sand nichts mehr zu sehen). Wir genossen aber jetzt nur die Ruhe, schauten aufs Meer hinaus und beobachteten das Treiben.
Als sich der kleine Hunger bemerkbar machte, gingen wir zur Taverne "T' Agnantio" auf der anderen Seite der Bucht. Diese Taverne fand man am einfachsten, wenn man dem Hinweisschild zum Hotel Ionnis folgte (Anmerkung: das Hotel soll moderner als unser Hotel Odyssey sein, seitlichen Meerblick aber keinen Pool haben. Zugang mit Koffern über lange Treppe beschwerlich). Auch hier hatten wir, unter einem Dach aus Weinlaub sitzend, einen schönen Blick über die Bucht. Als wir dann zwei griechische Salat für je 6€ bestellten, merkten wir unseren Gastgebern aber an, daß sie wohl auf das Saisonende warteten, denn sehr motiviert schienen sie nicht mehr zu sein.
Eine ähnliche Erfahrung machten wir dann auch bei unserem Abendessen im "Poseidon". Freundlich war das Personal eigentlich immer noch, nur schien der Koch auch nicht mehr so richtig Lust zu haben, denn unser Essen schmeckte uns diesmal nicht so richtig: das Hühnchen mit Gemüse war recht geschmacksneutral und das Hähnchenschnitzel hatte wohl zu lang die Friteuse von innen gesehen, denn es war sehr kross. Komisch, so schlecht hatten wir im Poseidon noch nie gegessen und auch ärgerlich, zumal beides mit 10,80€ bzw. 8,80€ im Vergleich zu den anderen Gerichten schon verhältnismäßig teuer war.


Mi., 26.09.2012

Heute wollten wir einen Badetag am Kathisma-Beach machen. Also packten wir unsere Sachen, fuhren die paar Kilometer die Küstenstraße nach Süden und erreichten Kathisma-Beach, Lefkasnach wenigen Serpentinen die Nachbarbucht, wo wir unser Bike direkt am Strand parkten. Das Spätsommerwetter spielte wieder mit. Seit dem heftigen Gewitter vor sechs Tagen zeigte sich kaum mal ein Wölkchen am Himmel. Also ideal, auch mal etwas länger am Strand zu verweilen. Die Struktur des Strandes stellte sich so ähnlich dar, wie die der anderen Strände an der Westküste von Lefkas: in Wassernähe ein Streifen feiner Sand im Wechsel mit einem Streifen kleiner Kiesel. Im Brandungsbereich wurden die Kiesel dann etwas größer. Aber wenn man erst einmal im Meer war, obwohl die Wellen es heute im vorderen Bereich auch etwas milchig machten, war es herrlich, zumal sich kaum Querströmung bemerkbar machte. Beim Schwimmen hatte man auch einen guten Blick über die Bucht mit den hinter dem Strand befindlichen großen Beach-Bars und Tavernen. Zur Hochsaison schien der Strand auch überwacht zu sein, denn wir konnte zwei "Baywatch-Türme" entdecken, die aber zu dieser Jahreszeit nicht mehr besetzt waren. Wer seinen Dienst noch nicht eingestellt hatte, war der LKW-Fahrer, der mit seinem Tankwagen den unbefestigten Fahrstreifen und Parkplatz parallel zum Strand mit Wasser besprengte, damit der Wind keine Chance hatte, die Urlauber mit Sandstaub zu panieren.
Als wir genug am Strand relaxt hatten, lockte uns einer der Clubs mit seiner guten Musik (s. auch Video in unserer Lefkas-Filmgalerie). Leider war auch hier, wie schon bei anderen Strandbars, zur Nachsaison der Vorrat an "normaler" Cola aufgebraucht, und so mußten wir uns mit zwei Cola-Light für 5€ begnügen. Die Anzahl der Gäste hielt sich im Verhältnis zur Größe der Strandbar stark in Grenzen und so hatten wir fast die Qual der Wahl an freien Sitzplätzen. Wir entschieden uns für ein nettes Plätzchen unter Schatten spendenden Bäumen mit schönem Blick auf den Strand und das Meer. Wer mochte, der konnte auch auf Liegen entspannen oder in den zum Club gehörenden Pool springen.
Zur Hauptsaison war am Kathisma-Beach bestimmt wesentlich mehr los. Dafür sprach die gute Infrastruktur mit Tavernen und Taverne "Klimataria", Agios Nikitas / LafkasBeach-Clubs und die direkte Erreichbarkeit mit dem Auto.
Für unser Abendessen wählten wir erneut die gut besuchte Taverne "Klimataria" in Agios Nikitas. Da wir seit dem Frühstück nichts mehr richtiges gegessen hatten, war der Hunger groß und wir froh, einen freien Tisch ergattert zu haben. Wie schwierig sollte es wohl erst im Hochsommer sein, hier einen freien Platz zu finden?! Aber es lohnte sich immer; die Stimmung war ausgelassen gut, das Essen sehr schmackhaft und die Preise recht günstig. Zur Unterhaltung wurden wieder spontane Tanzeinlagen geboten und der fast immer in der Taverne anwesende kleine weiße Hund namens Casper jagte wieder mit wachsender Begeisterung ab und zu durch die Fußgängerzone fahrende Autos. Ach ja, der von der gut gelaunten Bedienung spendierte Ziporo tat dann sein Übriges zur Stimmung. Aber Vorsicht: wer äußerte, daß der Ziporo ganz schön kräftig sei, dem wurde gesagt, daß das eigentlich die Sommerversion war und als Folge die "wärmende" Winterversion angeboten. Ich sag da jetzt nur: Holla ;-).
Den Abend beschlossen wir dann mit unserem obligatorischen Gang zum Strand. Auch hier waren die Tavernen und Bars, besonders das "Captain's Corner", für die fortgeschrittene Jahreszeit noch gut besucht.


Kapitel 11: Cape Kyras (Doukato), Porto Katsiki


Do., 27.09.2012

Unser Urlaub neigte sich ja leider so langsam dem Ende zu, aber wir wollten noch zur äußersten Südspitze von Lefkas, dem Kap Doukato fahren. Also tankten wir, da es bis zu Kap Doukato, Lefkasunserem Ziel keine weitere Tankstelle mehr geben würde, nochmal kurz hinter unserem Ort "Agios Nikitas" das Motorrad voll und machten uns bei 29 Grad und herrlichstem Sonnenschein die Westküste entlang auf den Weg nach Süden. Auf der Höhe von Komilio mußten wir wieder den Abzweig nach Dragano bzw. Athani nehmen, ansonsten hätte uns die gut ausgebaute Straße weiter durch das Hinterland Richtung Vasiliki geführt (Anmerkung: in dem südlichen Küstenort befindet sich erst wieder eine Tankmöglichkeit, war aber nicht auf unserer Route. Außerdem soll es dort einen kleinen flach abfallenden Sandstrand geben).
Vorbei an Kap Doukato, Lefkasden Hinweisschildern zum Egremni-Beach und nach Porto Katsiki folgten wir ca. 22km lang (ab Komilio) der kurvigen und landschaftlich reizvollen Küstenstraße, die immer wieder einen schönen Blick über die Steilküste bot und bis zu unserem Ziel, dem Leuchtturm am Kap Doukato, durchgehend asphaltiert war. Im Jahre 2007 war das noch anders, wie man in unserem Lefkas-Forum sehen kann.
Den Leuchtturm sehen hieß aber auch jetzt noch nicht, den Leuchtturm auch erreicht zu haben. Bevor wir das Ende der Straße erreicht hatten, lagen noch etliche Kurven vor uns.
Da die Wetterbedingungen günstig waren und kaum Dunst die Sicht behinderte, hatten wir dann von der Spitze des Kaps einen prima Rundumblick: im Süden waren die Ausläufer der Nachbarinseln Keffalonia und Ithaki zu sehen, hinter uns lagen die bewaldeten Bergrücken von Lefkas und nach hin Nordosten öffnete sich die weite Bucht von Vasiliki (s. auch Video in unserer Lefkas-Filmgalerie). Auf der Westseite fiel der Felsen fast senkrecht 60 Meter tief ins Meer ab. Ein hoher Schutzzaun bewahrte aber zu Waghalsige vor einem Absturz in die tiefblauen Fluten. Ansonsten hatte der Felsen zeitgeschichtlich gesehen einen recht zweifelhaften Ruf. Laut einem Mythos soll sich als erste die Göttin Aphrodite aus Liebeskummer von dem Felsen in die Tiefe gestürzt haben. Auch die größte Dichterin des Altertums "Sappho" soll, so sagt es die Legende, am "Lefkadischen Felsen" den Freitod wegen unerfüllter Liebe gewählt haben.
Wir zogen es vor, im Schatten des Leuchturms den Blick, die Einsamkeit und die Stille zu genießen und uns mit einem Snack und Wasser aus unserem Rucksack wieder fit für die Weiterfahrt zu machen.
Porto Katsiki, Lefkas Da wir heute gut in der Zeit lagen, beschlossen wir, auf der Rückfahrt noch einen Abstecher nach Porto Katsiki zu machen. Nach ca. 10km erreichten wir die Abzweigung. Die Straße schlängelte sich langsam von dem Bergrücken hinab, bis sie plötzlich sehr steil wurde und mich enge Spitzkehren zwangen, im ersten Gang und mit kräftigem Bremseneinsatz zu fahren. Bevor jedoch die Arme Porto Katsiki, Lefkas (Griechenland)schlaff wurden (war zwar nur ein kurzes Stück, aber wer schon mal mit einem Bike und zwei Personen im Schritttempo steil bergab gefahren ist, weiß wovon ich spreche), erreichten wir das Ende der Straße und den Parkplatz. Drei Tavernen direkt an der Abbruchkante der Steilküste luden zum Verweilen ein und boten einen traumhaften Blick auf die geschütze Bucht von Porto Katsiki mit dem türkis schillernden Meer. Das mußten wir erst mal in Ruhe genießen. Also kehrten wir ein und bestellten uns etwas zu trinken, einen Hamburger und ein Sandwich. Der Hamburger war essbar, aber das Sandwich war extrem dröge. Nicht zu empfehlen.
Porto Katsiki, LefkasVon den Tavernen aus mußte man nur noch ca. 75 Stufen bis zu dem unterhalb der steil in den Himmel ragenden Felswand liegenden Strand gehen. Ein Klacks, wenn man bedachte, daß es beim Egremni-Beach 340 Stufen bis zum Meer waren. Die Bucht war schon sehr verlockend, der Strand zwar recht schmal aber dafür relativ lang. In der Hauptsaison könnte das dann schon manchmal eng werden (Vermutung). Heute hatten wir aber keine Badesachen mit, darum ließen wir nur die Seele baumeln, schauten auf das weite Meer und lauschten der leisen Musik (s. auch Video in unser Lefkas-Filmgalerie).
Bevor wir den Rückweg antraten, machte ich noch eine kurze Erkundung vom Parkplatz aus über einen schmalen Grat zur Spitze eines Felsvorsprunges. Der ca. 1m breite Weg war zwar mit einem Geländer gesichert, aber fallen lassen durfte man hier nichts, da es links und rechts nur senkrecht runter ging. Dafür hatte man aber einer schönen Blick quasi von der Meerseite aus auf die Bucht von Porto Katsiki und das Hinterland bzw. auf die nördlich liegende Steilküste mit den vom Meer ausgewaschenen Höhlen.
Genug gesehen, denn wir wollten schließlich vor Sonnenuntergang wieder am Hotel sein. Also, ab auf das Motorrad und die steilen Spitzkehren wieder hochgefahren. Glücklicherweise war die Führung der Straße bergauf anders als bergab (die Einbahnstraße auf dem letzten Stück hatte ich bei der konzentrierten Abfahrt gar nicht bemerkt). Die Kurven entpuppten sich als nicht so steil und nicht so eng, und so erreichten wir ohne große Anstrengungen wieder die oberhalb verlaufende Küstenstraße. Jetzt lagen nur noch ca. 25km bis zu unserem Hotel in Agios Nikitas vor uns. Dies erreichten wir mit der untergehenden Sonne, die seit dem Gewitter vor sieben Tagen, die Luft jeden Tag mehr und mehr aufgewärmt hatte, was sich auch beim Abendessen in unserer Lieblingstaverne "Klimataria" auswirkte. Wir konnten in Ruhe bei noch fast 24 Grad essen, ohne daran denken zu müssen, etwas Wärmendes überzuziehen. Was lag da näher, als am Meer später noch einen Absacker zu trinken. Im "Captain's Corner" trafen wir dann noch andere Urlauber aus unserem Hotel und beim Erfahrungsaustausch (sie fuhren seit 40 Jahren nach Griechenland), Rotwein und Ouzo wurde es spät. Sehr spät, bis wir gegen 02:00 Uhr müde ins Bett fielen.
Aber es war ein schöner Tag ;-).


Kapitel 12: Abschied von Lefkas


Fr., 28.09.2012

Leider brach heute unser letzter kompletter Urlaubstag auf Lefkas an. Noch etwas müde vom Vortag und der etwas kurzen Nacht ;-), machte ich mich erst am frühen Nachmittag zu einer Abschiedsspritztour mit dem Bike auf. Während Grit durch unseren Ort "Agios Niktas" schlendern wollte, zog es mich ein letztes Mal zum Kathisma-Beach, um dort die ruhige Urlaubsatmosphäre zu genießen. Ruhig war das Stichwort, denn als ich das Motorrad am südlichen Ende der Bucht parkte, bemerkte ich, daß die Taverne, in der wir noch vor neun Tagen zu Abend gegessen hatten, bereits alle Stühle auf die Tische gestellt hatte und geschlossen war. "End of season" halt. Auch auf der gesamten Länge des Strandes befanden sich trotz Traumwetter nur noch maximal 20-30 Urlauber. Das Meer präsentierte sich ungewohnt Pefkoulia-Beach, Lefkasspiegelglatt. Kaum eine Welle suchte den Weg auf den Strand. Gott sei Dank hatte ich wieder die Badehose drunter. Ich hatte zwar kein Handtuch dabei, aber bis ich weiterfahren würde, wäre die bei fast 30 Grad Lufttemperatur bestimmt wieder trocken. Es war einfach herrlich, nochmal in das für Ende September gut warme ionische Meer zu springen. Auch konnte ich das erste Mal aufgrund der fehlenden Wellenbewegung erkennen, wie glasklar das Wasser war. Trocknen ließ ich dann meine Badehose bei einer kühlen Cola-Light in der noch geöffneten "Copla-Beachbar" (die mit dem Pool und der guten Musik).
Jetzt blieb mir noch eine Stunde, bis ich das Bike wieder abgeben mußte. Einen Abstecher in die Berge und noch durch ein paar Kurven räubern? Nein, mein Ziel war schließlich der Aussichtspunkt nördlich vom Pefkoulia-Beach. Hier konnte ich nochmal die tolle Aussicht über den langen Strand und unsere Bucht von "Agios Nikitas" in mich aufsaugen (s. auch Video in unserer Lefkas-Filmgalerie). Während ich so da stand und auf das türkisfarbene Meer mit der weißen Brandung schaute, machte sich so langsam Wehmut breit. Irgendwie wollte ich nicht hier weg und wieder in das kühle verregnete herbstliche Deutschland.
Aber es half alles nichts. Langsam fuhr ich in unseren Ort zurück und gab das Bike wieder beim Vermieter Budget ab :-(. Es hatte uns, besonders nach dem Kettenwechsel, gute Dienste geleistet und uns kein einziges Mal im Stich gelassen.
Meine Stimmung erhellte sich erst wieder, als wir zum Abendessen in die Taverne ??????? gingen. Na, wie hieß sie doch gleich? Wisst Ihr es? ;-). Na klar, wir gingen an unserem letzten Abend natürlich in unsere Lieblings-Taverne "Klimataria": Essen 1a, Stimmung 1a, Preis 1a.
Es war ein herrlich warmer Abend inklusive lückenlosem Sternenhimmel über uns. Die kleinen Katzen tobten, wie jeden Abend, am Strand herum und wir ließen uns im "Captain's Corner" nieder. Da der Ort nicht groß war, trafen wir auch die anderen Urlauber aus unserem Hotel hier wieder. Es wurde ein gemütlicher Abend, aber nicht ganz so spät wie gestern ;-).


Sa., 29.09.2012

Der Abreisetag war gekommen.
Wir gingen ja nie als erste zum Frühstück, aber heute waren wir ganz spät dran. Welch ein Glück, daß wir nicht spülen mußten ;-). Als wir die Frühstücksterasse verließen, war es schon mächtig warm, so etwa 31 Grad. Der heißeste Tag seit unserer Ankunft auf Lefkas. Die Bedienung erzählte uns noch, was ihre Oma zu so einem Wetter Ende September sagte: "Strange weather". Der Grund: normalerweise sollte es um diese Jahreszeit kühler sein und regnen. Außerdem startete in der Regel Ende September die Weinlese auf Lefkas, was aber bei solchen Temperaturen nicht möglich war. Zurück in unserem Zimmer überlegten wir sogar, ob wir an unserem allerletzten Tag doch noch Agios Nikitas, Lefkasdie Klimaanlage anschalten sollten, denn Kofferpacken konnte bei der Wärme auch schweißtreibend sein. Als wir das leidliche Übel endlich erledigt hatten, machten wir uns zum Strand auf, da unser Abflug Richtung Deutschland erst für den frühen Abend geplant war. Netterweise, oder weil keine neuen Gäste mehr anreisten, konnten wir die Koffer so lange in unserem Zimmer lassen.
Ach ja, eine kleine Anekdote zum Schluß: wir hatten den ganzen Urlaub lang Probleme mit dem Schloß unserer Zimmertür. Es hakte beim Öffnen meistens und das ging sogar soweit, daß wir einmal spät abends die Rezeptionistin holen mußten, weil wir nicht in unser Zimmer kamen. Und, was soll ich sagen? Am letzten Tag hatten wir den Trick des Öffnens durch Zufall raus. Toll, half uns jetzt auch nicht mehr viel ;-).
Nachdem wir direkt am Strand (s. Bild rechts; will man hier weg?) ein leckeres Hühnchen-Baguette und zwei Cola, begleitet von der nervigsten Wespe von ganz Lefkas (generell waren die lästigen Biester aber kein Problem), zu uns genommen hatten, war es Zeit, daß das Taxi uns vom Hotel abholen sollte. Es kam auch super pünktlich und der Fahrer fuhr uns mit typisch südländischem Fahrstil in Richtung Flughafen. Plötzlich gab es in der Nähe der Landebahn einen Stau vor einer roten Ampel. Unser Taxi-Driver fing laut an zu hupen und wild mit den Armen durch die Luft zu wedeln. Schließlich überholte er alle anderen wartenden Fahrzeuge. Ihn schien auch die rote Ampel nicht sonderlich zu interessieren. Uns erzählte er in gebrochenem Englisch irgendwas von "die hat doch nur in den Sommermonaten eine Bedeutung". Na ja, wir haben es überlebt.
Das Einchecken gestaltete sich bei uns zügig. Trotzdem die Abfertigungshalle leicht klimatisiert war, schwitzten wir mittlerweile in unseren langen Klamotten, die wir als Vorbereitung auf das "kalte" Deutschland bereits angezogen hatten. Nach der Passkontrolle stellte sich dann heraus, daß unser Flieger über eine Stunde Verspätung haben sollte. Na egal, noch waren wir ja auf einer warmen griechischen Insel :-).

Ach ja, unsere Skepsis bzgl. einer Reise nach Griechenland, die wir noch vor unserer Buchung hatten, war auf Lefkas absolut unnötig gewesen. Wir haben nichts von den Auswirkungen (mit Ausnahme der Spritpreise) der momentan bestehenden Finanzkrise oder gar Feindseeligkeiten gegenüber deutschen Touristen bemerkt. Im Gegenteil, wir wurden überall sehr freundlich aufgenommen.


Wir hoffen, Ihr hattet genauso viel Spaß beim Lesen des Reiseberichts, wie ich beim in Erinnerungen schwelgenden Schreiben und besucht uns bald mal wieder.

Viel Spaß noch beim Träumen von vergangenen oder zukünftigen Urlauben ;-)
Gruß
Dirk

P.S.: Für Euer Feedback zum Reisebericht (Lob oder Tadel gern gesehen!) steht Euch das GÄSTEBUCH zur Verfügung.
Für Fragen zum Urlaub auf Lefkas nutzt bitte unser LEFKAS-FORUM !!!

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