Samstag, 23. November 2013

östliche Karibik: Reisebericht zur Kreuzfahrt mit der AIDAluna (Route 1)

Es war mal wieder so weit. Wir wollten dem deutschen Schmuddelwetter im November entgehen und wärmere Gefilde aufsuchen. Da es uns das letzte Mal in der Karibik so gut gefallen hatte, planten wir einen neuen Besuch. Es sollte wieder eine Kreuzfahrt mit der AIDAluna werden, da unsere letzten Erfahrungen durch die westliche Karibik (La Romana, Jamaica, Cozumel, Belize, Grand Cayman, Santo Domingo, Antigua) durchweg gut waren. Das Schiff war nicht zu groß, die Kabine schön, die Ausflüge gut organisiert, die Stimmung an Bord nicht vornehm steif und das Essen gut (auch wenn teilweise das Schlange stehen am Buffet und Suchen eines Sitzplatzes nicht ganz so schön war).

Etwas wollten wir aber bei der zukünftigen Auswahl der Ausflüge anders machen. Auf unseren Touren in 2010 kam manchmal das Baden in dem warmen, glasklaren karibischen Meer zu kurz. Darauf wollten wir diesmal achten, daß auf den gewählten Ausflügen mehr Badestopps inklusive waren.

Aber erst mal ran an den Katalog und eine Route buchen: es sollte Route 1 vom 23.11.-07.12.2013 durch die östliche Karibik werden mit Start in La Romana (Dominikanische Republik) und Zwischenstopps auf den ABC-Inseln Aruba, Curacao und Bonaire, dann Isla Margarita, Grenada, Barbados, St. Lucia, Dominica, Guadeloupe, Antigua und wieder zurück nach La Romana.

Bei unserer ersten Buchung bei AIDA hatten wir relativ spät im Jahr den Vario-Tarif gewählt (Kategorie fest, Kabine unbestimmt). Jetzt, über ein Jahr vor Kreuzfahrtbeginn, sollte es der Frühbucher-Tarif mit 300€ Rabatt/Person und vorab reservierbarer Kabine sein. Trotzdem wir früh dran waren, gelang es uns nicht, die selbe Balkon-Kabine wieder zu buchen (war schon belegt). Dann wurde es halt eine vier Nummern weiter hinten auf dem selben Deck (Deck 8, backbord, immer noch recht mittig). Sie lag zwar näher an dem hinteren Treppenhaus mit den Aufzügen, aber, wie sich später herausstellte, kein Problem was etwaige Geräusche anging. Es war nichts davon in der Kabine zu hören.

Die Vorfreude war groß und die Zeit bis zum Abflug in die Karibik noch sooo lang. Auch die buchbaren Ausflüge waren erst etwas über einen Monat vor Kreuzfahrtbeginn im Internet sichtbar. Dann ging die Qual der Wahl los: 10 Inseln und über 300 angebotene Ausflüge. Nach langem Sichten, Vergleichen und Einholen von Infos über das Zielgebiet, entschieden wir uns, sieben Auflüge vorab über das Internet zu buchen (3% Rabatt):

Aruba: Segeltörn mit der "Mi Dushi" und Schnorcheln (Dauer: ca. 05:30 Stunden);

Bonaire: Südküste und Strand (Dauer: ca. 04:00 Stunden),

Isla Margarita: Tour für Naturliebhaber (Dauer: ca. 05:00 Stunden),

Grenada: Typisch Grenada (Dauer: ca. 04:30 Stunden),

Barbados: Wanderung zum Strand (Dauer: ca. 04:00 Stunden),

St. Lucia: Typisch karibisch genießen (Dauer: ca. 04:00 Stunden),

Antigua: Antigua per Allrad (Dauer: 06:00 Stunden).

Gerade auf der Isla Margarita wollten wir einen "sicheren, geführten" und von AIDA angebotenen Ausflug machen, da wir von der Insel, die zu Venezuela gehört, teilweise nicht so gute Dinge gehört und gelesen hatten. Die Kriminalitätsrate sollte sehr hoch sein und es wurde davor gewarnt, allein oder zu zweit bestimmte Bereiche der Insel (z.B. Hauptstadt Porlamar) zu besuchen.

Auf den restlichen Inseln, Curacao, Dominica und Guadeloupe planten wir, die Umgebung auf eigene Faust zu erkunden.

Mehr zu dem, was wir auf unseren Ausflügen auf den verschiedenen Inseln erlebt haben, wollen wir Euch im nachfolgenden Reisebericht einmal etwas schildern.


Tag 1 Anreise, 23.11.2013 :

Der Flug in die dominikanische Republik startete Gott sei Dank relativ spät (ca. 10:05 Uhr) und so brauchten wir nicht mitten in der Nacht aufzustehen, sondern "erst" um 06:30 Uhr. Obwohl uns ca. 9:20 Stunden Flug mit AirBerlin (AIDA Charter) auf engstem Raum bevorstanden (Ölsardinen-Klasse, aber diesmal mit Multimedia-Displays in jeder Rückenlehne, an denen man sich die Zeit mit Filmen schauen, Musik hören oder mit Spielen vertreiben konnte), landeten wir wegen der Zeitverschiebung gegen 15:20 Uhr in La Romana. Ja, hier war es, das schöne Wetter (29 Grad und nur etwas bewolkt). Zuhause waren wir bei 4 Grad gestartet :-( .
Um die Koffer brauchten wir uns wieder nicht zu kümmern. Sie wurden von AIDA direkt bis vor die Kabinentür gebracht. Also ging's mit dem Handgepäck zum Bus, der uns zum Einchecken bis an das Hafenterminal fuhr. Nach einem Eistee, etwas Schlangestehen (in langer Hose; puh, ganz schön warm) und dem Aushändigen der Bordkarten (das Bild für die Zugangskontrolle wurde diesmal aus dem Reisepass gezogen) gings auf die AIDAluna. Zutritt aber nur nach Hände-Desinfektion und Handgepäck-Kontrolle (wie am Flughafen mit Röntgengerät). Siehe auch unseren Film "AIDAluna Kreuzfahrt östliche Karibik Teil 1".
Danach kam uns zugute, daß wir das Schiff schon von unserer letzten Karibik-Kreuzfahrt kannten und wir somit zielstrebig zum Aufzug im vorderen Bereich des Schiffes auf Deck 3 und dann durch den langen Gang auf Deck 8 Richtung Heck zu unserer Kabine 8256 gehen konnten. Sie ähnelte unserer Kabine 8252 von 2010 wie ein Ei dem anderen; schön helle Farben, groß genug und mit kleinem Balkon. Die Koffer waren natürlich noch nicht da, denn es mussten ja immerhin Gepäckstücke von ca.300 neuen Passieren nach und nach an Bord gebracht werden.

Also machten wir uns ein bißchen frisch und schlenderten dann über das Schiff. Unterwegs holten wir uns auch die vorab georderten und somit rabattierten Biergutscheine ab, um dann an Deck erst mal etwas zu trinken.
Danach gings zum Abendessen, da bereits für ca. 21:00 Uhr die Seenotrettungsübung geplant war (seit dem Unglück mit der Costa Concordia war die Übung vor dem ersten Auslaufen zu absolvieren). Sie dauerte diesmal auch länger als in 2010, da nicht nur das Sammeln an den Notfallpunkten geübt wurde, sondern auch ausführlich und zweisprachig das Anlegen der Schwimmweste demonstriert wurde.
Gegen 22:00 Uhr war das Auslaufen geplant. Mit etwas Verspätung startete dann auch schließlich die Auslaufmusik und die AIDAluna verließ langsam den Hafen. Die Crew begüßte uns an Board und es gab einen Begrüßungssekt, gefolgt von einem Auftritt des AIDAluna Show-Ensembles. Die Stimmung an Bord war richtig gut, Urlaubsanfang bei herrlichstem warmen Wetter im November halt ;-) . Leider plagte uns so langsam die Müdigkeit, deshalb erlebten wir die nachfolgende LED-und Lasershow nur noch von unserem Kabinenbalkon aus. Eigentlich schade, da sie für uns schon 2010 aus Gründen eines technischen Defekts ausgefallen war. Aber egal, spätestens beim nächsten Passagierwechsel sollte es wieder eine Lasershow geben. Müde fielen wir in die bequemen Betten.


Kapitel 2:

Tag 2 Seetag, 24.11.2013:

Die 14-tägige Kreuzfahrt durch die Karibik mit einem Seetag anzufangen war eine feine Sache. Seit langem hatte man keine Termine - außer den Öffnungszeiten der Restaurants ;-) - , konnte einfach nur relaxen, die Sonne und die Wärme genießen, sich langsam an das Klima gewöhnen, in Ruhe (nochmal) das Schiff erkunden und die Seele baumeln lassen. Einfach herrlich. Nebenbei hatten wir auf See auch die Möglichkeit, zollfreie Waren (z.B. Zigaretten, Parfum, etc.) einzukaufen. Bezahlt wurde alles bargeldlos mittels der Bordkarte.

Tag 3 Aruba, 25.11.2013:

Holla, wir erreichten die erste Insel unserer Kreuzfahrt und mussten gleich früh aufstehen. Gegen 08:00 Uhr legte die AIDAluna am Pier in Oranjestad an (siehe auch unseren Film "AIDAluna Kreuzfahrt östliche Karibik Teil 2") und um 08:45 Uhr sollte bereits Sammeln an der Kaffeebar zu unserem gebuchten Landausflug sein. Alles sehr früh, zumal wir ja auch noch frühstücken und Party-Bus Arubaein paar Sachen packen mußten (Tipp: immer Wasser und Sonnenschutz mitnehmen). Das Angebot des Ausflugs nannte sich: Segeltörn mit der "Mi Dushi" und Schnorcheln, Dauer: ca. 05:30 Stunden.
Nach dem Gang durch das Hafengebäude mit den Souvenirshops, die u.a. dicke Zigarren anboten, erwartete uns ein bunt bemalter Partybus ohne Seitenscheiben. Wozu Scheiben? Hier war es immer warm und ein kleiner Schauer störte dann auch nicht. Palm Beach, ArubaBei uns blieb es aber bis jetzt trocken.
Sobald der Bus gestartet war, erschallte laute Stimmungsmusik. Aber nicht so ein WDR4-Ballermann-Kram, sondern gute zur Karibik passende Musik. Der Spaßvogel von Busfahrer tat sein übriges, um die Stimmung anzuheizen; er fuhr mehrmals durch einen Kreiverkehr mit wiederholtem Laufenlassen seiner Melodiefanfare. Nach ca. 15-20 Minuten erreichten wir so den Palm-Beach, einen langen feinen Sandstrand mit Palmen. Dahinter war das türkisfarbene Meer zu sehen.
An einer Strandbar erwartete uns ein Zubringerboot, das uns zur "Mi Dushi", einem 120 Jahre alten Zweimastsegler, übersetzte. Beim Entern des Schiffs mußten wir schon etwas aufpassen, da aufgrund der starken Dünung die Gefahr groß war, sich die Finger zwischen den Bordwänden einzuklemmen. Wir gehörten zur ersten Fuhre, und so war es kein Problem, an Bord einen guten Platz an einem Tisch unter dem Baum zu ergattern (schließlich sollte es ja an Bord auch noch ein Mittagessen gereicht werden). Nach und nach füllte es sich und alle Sitzgelegenheiten waren besetzt. Kaum hieß es "alle Mann an Bord", gab es ein paar Sicherheitshinweise (z.B. Kopf vom Baum fernhalten; Kontakt kann sehr schmerzhaft sein! Immer wieder Sunblocker verwenden!) und die Segel (Besan-, Gaffelhaupt- und Rahsegel) wurden gesetzt. Das Segelsetzen auf solchen Ausflugsschiffen ist nicht selbstverständlich. Schon oft hatten wir gesehen, wie die Schiffe trotz Segeln nur unter Motor fuhren. Aber so war es ein richtiger Segeltörn.
Mi Dushi, Aruba Uns erwarteten insgesamt drei Badestopps. Beim ersten, in der Nähe der Küste, bot sich uns beim Schnorcheln (Flossen und Masken waren an Bord) kein besonderer Blick auf Fische. Nur ein paar Anemonenfische und Korallen waren zu sehen.
Aber allein das Schwimmen in dem glasklaren und 29 Grad warmen karibischen Meer war schon so eine Wucht. Der neben uns ankernde Zweimaster schien über dem Grund zu schweben, so durchsichtig war das Wasser.
Auf gings unter Segeln und etwas Schräglage zum nächsten Schnorchelstopp; bei einem alten deutschen Schiffswrack, das hier am Anfang des zweiten Weltkrieges in ca. 15-20m Tiefe seine letzte Ruhestätte gefunden hatte. Es wurde damals vom Kapitän eigenhändig versenkt, da er nur als Alternativen hatte, nach Deutschland zurückzufahren oder das Schiff den damaligen feindlichen Besatzern von Aruba zu übergeben. Beides gefiel ihm nicht und so öffnete er die Flutventile. Er selbst siedelte dann nach einer gewissen Zeit auf dem besetzten Aruba nach Bonaire über und baute dort das noble Flamingo Beach Resort auf.
Da das Wrack etwas weiter vom Strand entfernt lag, wurden alle, die zu weit von unserem Zweimaster weggeschwommen waren, von der Schiffscrew zurückgepfiffen. Wir sollten doch wegen der recht starken Strömung in der Nähe der "Mi Dushi" bleiben. "Mi Dushi" heißt übrigens übersetzt "meine Süsse". Aber es gab ja auch gerade in der Nähe des gut zu erkennenden Wracks viele bunte Fischschwärme zu sehen. Interessant waren auch die zutraulichen dunkelblauen Fische, die die Algen vom Kiel unseres Zweimasters abknabberten.
Bei unserem dritten Stopp gab es dann das Mittagessen und Fun an Bord. Das Mittagessen bestand aus Hünchenbollen, Reis, Salat und zusätzlich wurden Fruchtsäfte, Rumpunsch und "Aruba Ariba" angeboten. Kaum hatten wir die Hälfte gegessen, passierte das, was in der Karibik immer mal wieder vorkommen kann. Der Spuk dauerte vielleicht nicht mal drei Minuten. Ein kurzer aber heftiger Schauer prasselte auf unsere Köpfe nieder. Und nicht nur auf die. Auch auf unser Essen. Jetzt Arubaschwammen nicht nur wir, sondern auch die Hühnchenbollen. Na egal, war schon irgendwie lustig, wie manche versuchten, ihr Essen in Sicherheit zu bringen ;-) .
Kurze Verdauungspause und dann lockte die nächste Attraktion: an einem Seil schwingend ins Meer springen. Das hat echt Spaß gemacht und einige schafften sogar einen Abgang mit Salto, bevor sie ins Meer eintauchten. Gute Musik und "open bar" sorgten zusätzlich noch für gute Urlaubsstimmung.
Somit kamen wir gut gelaunt zurück zum Palm Beach, wo schon der Partybus wartete. Beim Erreichen der Eingangsforte zum Hafen ließ sich sogar der ansonsten teilnahmslos einherblickende Wächter von der Stimmung anstecken und bewegte seine Hüften zu dem gerade aus dem Bus schallenden "Mambo Number Five".
Schnell ging es noch unter die Dusche und dann noch gerade rechtzeitig gegen 16:00 Uhr an die Kaffeetafel. Der Ausflug hatte uns müde gemacht und so machten wir noch ein kleines Nickerchen, bevor es wieder zum Abendessen ging. Was ein Stress ;-))).
Bei unserem Törn mit der "Mi Dushi" hatten wir zwar nicht so viel von der Insel Aruba selbst gesehen, aber es entsprach genau dem, was wir uns diesmal für die Kreuzfahrt vorgenommen hatten: nicht nur das tolle türkisfarbene karibische Meer sehen, sondern auch in es hineintauchen. Siehe auch unseren Film "AIDAluna Kreuzfahrt östliche Karibik Teil 3".


Kapitel 3:

Tag 4 Curacao, 26.11.2013:

Heute hatten wir keinen Ausflug gebucht, sondern wir wollten die nähere Umgebung auf eigene Faust etwas erkunden. Deshalb begann der Tag in aller Ruhe. Beim Curacao, WillemstadAufziehen der Vorhänge fiel unser Blick direkt auf die Häuser von "Willemstad". Die AIDAluna hatte mitten in der Stadt festgemacht (s. auch unseren Film: Curacao / Willemstad, Blick von der AIDAluna). Die noch feuchten Straßen zeugten von vor kurzem gefallenen Regen. Mittlerweile zeigte sich aber wieder etwas die Sonne. Nach dem Frühstück gingen wir erst mal getrennte Wege. Für Grit war heute Wellness in Form einer ausgiebigen Ganzkörpermassage an Bord angesagt (bereits von zuhause gebucht). Also machte ich mich allein auf den Weg in die Stadt und zu dem anderen Kreuzfahrtschiff, das von der AIDAluna aus zu sehen war und an einem Anleger vor der Küste festgemacht hatte. Kaum hatte ich die Luna verlassen, fiel mir am Straßenrand eine alte Couch auf, neben der mehrere Wassereimer standen. Sperrmüll? Nein, daneben hing noch ein Schild "Car wash". So unorthodox konnte man auf Curacao sein Auto waschen lassen ;-).

Vorbei an der bekannten "Queen Emma"-Schwenkbrücke und einigen Verkaufsständen mit Souvenirs und einheimischen Produkten erreichte ich das "Rif Fort" am Hafeneingang. Innerhalb der Festungsmauern befanden sich einige Rif Fort, Willemstad / CuracaoGeschäfte, Bars und Restaurants. Hier war reges Treiben und gleichzeitig auch Relaxen unter den Sonnenschirmen bei karibischer Musik angesagt. Insgesamt eine nette entspannte Atmosphäre. Einen kurioser Kontrast dazu bildeten die geschmückten Weihnachtsbäume. War immer wieder lustig, 29 Grad, kurze Hose und T-Shirt, Sonnenschein, Reggae und dann diese Tannenbäume. Ich wollte gerade weiter in Richtung Küste, als sich plötzlich der Himmel verdunkelte und ein kräftiger karibischer Schauer vom Himmel fiel. Aber das kannte ich ja schon. Also, einfach 10min irgendwo unterstellen, dann Queen Emma Bridge, Curacaowar der Spuk wieder vorbei und ich erreichte den Anleger an der Küste, wo die "Azura" von P&O Cruises vertäut war. Klar, dass dieses Schiff nicht innerhalb der Stadt anlegen konnte; es war um einiges größer als die AIDAluna.

Langsam wurde es wieder Zeit, aufs Schiff zurückzukehren. Grit war mittlerweile auch von ihrer total entspannenden Massage zurückgekommen (war herrlich) und so stärkten wir uns zusammen wieder in einem der Restaurants auf dem Schiff, um danach Willemstad etwas ausführlicher zu erkunden. Vorbei an einem abenteuerlich aussehenden Wasserverkäufer, der sich taktisch direkt an der "Queen Emma-Bridge" postiert hatte, betraten wir die Schwimmbrücke (hier stand auch im Novermber 2012 im Rahmen des Recalls von DSDS das Jury-Pult von Dieter Bohlen & Co.). Alle paar Meter war Markt Willemstad, Curacaosie von beleuchtbaren Bögen überspannt. Wie das wohl nach Sonnenuntergang aussah? Wir sollten es noch sehen.

Nach ca. 168m erreichten wir die gegenüberliegende Seite. In Richtung der 490m hohen Königin Juliana Brücke gings weiter, aber nicht, ohne erst mal einen Stopp in einer der Bars direkt am Hafen und den bunten Häusern, mit Blick auf das Kreuzfahrtschiff, einzulegen. Unter den Sonnenschirmen waren Wasservernebler angebracht, die an Stelle von Ventilatoren für eine Abkühlung sorgen sollten. Leider warteten wir hier 20min. vergebens auf eine Bedienung. Scheinbar hatten schon genug Touris ihr Geld in diesen Bars gelassen. Ohne ein kühles Getränk zogen wir weiter.

Schließlich erreichten wir eine Straße, entlang der etliche Marktstände aufgebaut waren. Das Angebot an exotischen Früchten und Gemüsesorten war reichlich. Melonen hatten hier Abmessungen von Medizinbällen und etliche andere Sorten hatten wir nie zuvor gesehen. Kaum staute sich der Autoverkehr auf der Straße, stürmten die Verkäufer mit prall gefüllten Obstbeuteln auf die Fahrer zu. Teilweise sogar mit Erfolg. "Drive in" mal anders. Apropo "Drive in": wenig später sahen wir auch noch ein Hinweisschild zu Mc Donalds. Fast food gab's also auch auf einer kleinen karibischen Insel ;-).

Bevor wir durch die Innenstadt schlenderten, besuchten wir noch einen der "Gemischtwarenläden", um uns Getränke zu kaufen. Ich, in der Karibik immer auf der Suche nach "einheimischen" Bieren, versuchte es mit "Polar". Nie wieder. Aber interessanterweise wollte mir ein alter Einheimischer zum Bier unbedingt einen Strohhalm andrehen. Bier durch einen Strohhalm? Hätte es dann besser geschmeckt? Sehr seltsam. Aber ich wollte ja nicht unhöflich sein, also nahm ich wenigstens den Halm mit. Zusätzlich machten wir uns noch auf die Suche nach einem neuen Außen-Thermometer, da unser altes seinen Geist aufgegeben hatte. Fehlanzeige. Wo wir auch fragten, uns wurde allerhöchsten immer wieder ein Fiberthermometer angeboten. Aber egal, in der Karibik war es eh entweder warm oder warm ;-).

Im östlichen Zentrum von Willenstad befanden sich zahlreiche Geschäfte und eine Fußgängerzone, in der man aber Curacaoauch mal auf den Boden schauen mußte, denn hier sollten wohl mal Bäume gepflanzt werden. Bis jetzt gab es aber nur 10cm tiefe offene Löcher. Das Angebot in den Geschäften reichte von billigen Touri-Souvenirs bis hin zu teuren Designerstücken beim Juwelier. Sogar ein "Viktoria Secret" Geschäft entdeckten wir. Von Heidi aber keine Spur und ob der Laden wirklich "echt" war, konnten wir auch nicht mit Sicherheit sagen. Nur, das die Preise ganz schön happig waren. Mittlerweile ging es auf 18:00 Uhr zu. Um diese Zeit schlossen hier alle Geschäfte. Sehr früh, wie wir für eine Stadt fanden, die gerne von Kreuzfahrtschiffen Curacao, Willemstadangelaufen wird. So verließen wir das Zentrum und schlenderten durch den Wilhelmina-Park mit riesigen Curacao-Buchstaben aus Stein in Richtung Küste. Und hier fanden wir dann eine traumhafte Ecke mit einigen etwas versteckt gelegenen Bars und Restaurants direkt am Meer. Kaum ein Touri hatte sich hierhin verirrt. Aber warum nicht? Hier konnte man zwar nicht aus "sein Schiff" schauen, aber die Atmosphäre war um einiges schöner. Und man wurde sofort bedient. Fein eingedeckte Tische, Palmen, etwas Musik, die langsam untergehende Sonne vor Augen und das rauschende Meer vor den Füßen; was brauchte man mehr zum Entspannen. Also mein Tipp: kehrt nicht in die erst beste Bar am Hafen von Willemstad ein, sondern geht mal ein paar Schritte weiter östlich die Küste entlang. Es lohnt sich.

Wieder zurück an der "Queen Emma"-Pontonbrücke, die übrigens nur für Personen erlaubt ist, vernahmen wir das Horn der "Azura", die sich vor der tief stehenden Sonne zum Ablegen bereit machte. Zeitgleich öffnete sich unter lautem Dröhnen der Dieselmotoren die Schwimmbrücke für eines der Ausflugsboote. Normalerweise ertönte eine laute Klingel, die das Öffnen ankündigte, damit möglichst alle Personen sie noch verlassen konnten, aber wer gerade noch auf ihr war, der blieb halt auch dort bis sie sich wieder schloss (s. auch unseren Film: Curacao, Rundgang durch Willemstad).

Etwas hungrig gingen wir zurück auf die AIDAluna, um uns etwas frisch zu machen und zu abend zu essen. Da die Luna aber erst gegen 22:00 Uhr wieder auslaufen sollte, blieb uns noch bis 21:30 Uhr genug Zeit, am Hafen noch etwas trinken zu gehen. Nicht nur unser Schiff war jetzt beleuchtet, auch die bunten Häuser Königin Emma Brücke, Willemstad / Curacaoam Hafen von Willemstad waren angestrahlt und die Bögen auf der "Queen Emma-Bridge" leuchteten in wechselnden Regenbogen ähnlichen Farben. Eine tolle Kulisse an diesem 25 Grad warmen Winterabend. Im Zentrum der Stadt war gar nichts mehr los; wie gesagt, die Geschäfte hatten um 18:00 Uhr geschlossen. Alles spielte sich am Hafen ab. Die Bars auf der Ostseite waren wieder gut besucht und eine Live-Band sorgte für Unterhaltung. Ein Einheimischer forderte spontan Grit mitten auf der Straße zu einem Tänzchen auf. Überall herrschte ausgelassene Stimmung. Urlaub in der Karibik halt. Diesmal bekamen wir sogar direkt am Wasser einen Sitzplatz und kühle Getränke. Plötzlich kam Bewegung in die Menschen; alle rückten dichter unter den Sonnenschirmen zusammen, denn ein erneuter karibischer Schauer sorgte für ergiebige Regenfälle, die sich in Sturzbächen von den Regenschirmen ergossen. Als wir schließlich leider wieder zum Schiff zurück mußten, war es aber bereits wieder trocken.

Da das Auslaufen schließlich unmittelbar bevor stand, hieß es Sammeln am Heck der AIDAluna, um die besten Plätze mit der besten Aussicht zu ergattern. Bevor unser Kreuzfahrtschiff wieder rückwärts aus dem Hafen auslaufen konnte, mußte die bunt leuchtende "Queen Emma"-Brücke sich komplett öffnen. Nach etwa einer viertel Stunde ertönte das Schiffshorn, aus den Bordlautsprechern schallte die Auslaufmusik und die Luna setzte sich ganz langsam in Bewegung, um zielsicher durch die enge Hafenausfahrt auf's offene Meer zu gelangen (s. auch unseren Film: Curacao, Willemstad bei Nacht / Auslaufen).

Es war ein schöner Tag auf Curacao, auch wenn wir nur etwas von Willemstad und nicht viel vom Rest der Insel gesehen hatten. Aber das ist auch das Dilemma bei Kreuzfahrten, man hat vor Ort relativ wenig Zeit und muß sich für etwas entscheiden; Ausflüge über die Insel, auf eigene Faust etwas unternehmen, am Strand liegen oder sogar auf dem Schiff die Stille und den Platz genießen, wenn alle von Bord gegangen waren. Für letzteres, meinen wir, muß man nicht in die Karibik fahren. AIDAluna Pooldeck LasershowDa wir für die nächsten Tage noch einige Ausflüge gebucht hatten, wollten wir es halt auf Curacao etwas ruhiger angehen und nur den Hauptort erkunden. Willemstad ist auf jedenfall sehenswert. Und besser kann man es nicht haben, man "fällt" aus seinem schwimmenden Hotel und ist schon mitten in der Stadt.
Nach dem Auslaufen gingen wir noch auf das Pooldeck, um noch etwas zu trinken und um uns die Lasershow anzugucken. Ein wenig war ich schon enttäuscht, da es sich „nur“ um eine Beamshow ohne Animationssequenzen handelte (wenn man einen eigenen Showlaser besitzt, ist man wohl etwas verwöhnt ;-) ). Aber egal, die grünen Strahlen zuckten über das Deck und weit auf das offene Meer hinaus. Sie zauberten zusammen mit der guten Musik eine interessante Atmosphäre.
Grit wollte irgendwann dann schon mal auf die Kabine vorgehen. Nur, von mir unbemerkt, rutsche Sie leider beim Herabsteigen von der Poolumrandung auf dem noch vom Regen feuchten Pooldeck aus und schlug böse mit dem Kopf auf. Gott sei Dank kamen sofort andere Passagiere und AIDA-Crewmitglieder zu Hilfe, kümmerten sich um sie, brachten Eis zum Kühlen und informierten den Arzt, der sie auch bei ihrem Eintreffen beim Bordhospital auf Deck 3 bereits erwartete. Ein Dank an dieser Stelle an alle Beteiligten und die AIDA-Crew, die selbst um Mitternacht noch eine gute medizinische Versorgung der Passagiere sicherstellte! Somit endete der Tag für Grit nicht so schön, wie er begonnen hatte...


Kapitel 4:

Tag 5 Bonaire, 27.11.2013:

Für heute war gegen Mittag ein von AIDA vermittelter Ausflug geplant: Südküste und Strand, Dauer vier Stunden. Der Arzt hatte Grit Ruhe, Ausflugs- und Sonnenverbot verordnet. Was ein Mist. Da sie sich aber auf der AIDAluna medizinisch gut versorgt fühlte, überredete sie mich, den Ausflug doch alleine zu machen. Partybus auf BonaireAlso machte ich mich gegen viertel vor 12 zum ersten Sammelpunkt der Ausflugsgruppe auf Deck am Theatrium 9 auf. Nach einem kurzen Zwischenstopp auf der Pier; - es war ein Ticket mehr beim AIDA-Tourguide abgegeben worden als Ausflügler anwesend waren ;-) (ich war es nicht) - ; erreichten wir den bunten fensterlosen Partybus, in dem schon zwei ältere Damen warteten; wie sich später herausstellte, beide holländische Aussteigerinnen, die die Tour als Fahrerin und einheimischer Guide begleiten sollten. Die Fahrt startete ohne die sonst übliche Musik. Die Musikanlage war defekt, ebenso das Mikrofon. Trotzdem ließen sich die zahlreichen Erläuterungen unserer Reiseführerin auch während der Fahrt gut verstehen. Vom Hafen aus streiften wir nur kurz den Randbereich von Kralendijk (Korallendeich), um dann direkt an der Westküste entlang in Richtung Süden zu fahren. Noch ein letzter Blick über die Bucht vor der Hauptstadt von Bonaire Strand Westküste Bonaireund die an der Pier liegende AIDAluna, und schon ging der Grad der Bebauung gegen Null. Was wir jetzt noch links und rechts der Straße sahen, bestand aus flachem Land, wenig Vegetation und Stränden. Na ja, Strände... Die Strände waren bedeckt mit zahlreichen faustgroßen grauen Steinen unterschiedlichster Formen.
Ein Irrtum, das mit den Steinen, wie unsere Reiseleiterin uns schnell aufklärte. Vor der Insel existierten riesige Korallenbänke, bis 1999 ein heftiger Tropensturm fast alles verwüstete und die Überreste der rosafarbenen Korallen an den Strand spülte. Es lagen dort also keine Steine, sondern Korallenreste, die über die Jahre durch die Sonne ihre leuchtende Farbe verloren hatten.
Einladend sahen die Strände jetzt jedenfalls nicht mehr aus; und unser Ausflug hieß Südküste und „Strand“. Hm, warten wir es ab...
Aber ich nehme es schon mal vorweg: das Warten sollte sich lohnen.
Scheinbar gab es aber doch „jemanden“, dem der Strandbereich hier gefiel; der Meeresschildkröte (Carett-Schildkröte). Diese Art kommt gerne nachts an den Strand, um ihre Eier im Sand zu vergraben. Das Ausbrüten übernimmt dann die Sonne am Tag. Wenn es so weit ist, schlüpfen die Jungen im Schutz der Nacht und finden Sklavenhäuser auf Bonaireanhand des Lichtscheins des Mondes auf dem Meer das sichere Wasser. Wäre da nicht noch der nicht weit entfernte Flughafen von Bonaire mit seiner Flutlichtanlage. Aber Naturschützer haben dafür gesorgt, dass zur „Schlüpfzeit“ die Lichter abends früher ausgemacht werden, damit sich die Kleinen nicht verirren. -
Jetzt erreichten wir erst mal eine große Salzgewinnungsanlage mit großen Seen, Salzbergen und einer Förderanlage, über die das Salz in Schiffe verladen werden konnte. So einfach war die Verladung früher nicht. Zur der Zeit, als noch Sklaven eingesetzt wurden, hatten diese die beschwerliche Aufgabe, die schweren Salzsäcke zu den Schiffen zu tragen. Bei einem Zwischenstopp an einem Monolithen ein paar Kilometer weiter, konnten wir uns auch die früheren Behausungen der Sklaven anschauen; winzige Häuschen, in den denen jeweils bis zu 10 Sklaven unterkamen.
Bei der Weiterfahrt bot sich uns links der Straße keine abwechslungsreiche karibische Landschaft, sondern weiterhin fast Ödland, Salzseen, wenig Vegetation. Außer ein paar freilaufenden Eseln, früher das primäre Transportmittel auf der Insel, gab es keine Abwechslung für das Auge. Je weiter wir uns dem Südzipfel von Bonaire näherten, desto stärker wurde scheinbar der Wind und auch die Wellen wurden höher. Etwas Gischt flog stetig von rechts nach links durch den scheibenlosen Bus und sorgte dafür, dass die Sonnenbrille fast undurchsichtig wurde.
Doch plötzlich tauchten Palmen auf, kleine Häuschen und Mangroven (schon mal eine Deutsch sprechende Holländerin gehört, die „Mangroven“ sagt? Bonaire: Sorobon BeachHört sich nett an ;-) ). Wir hatten uns dem Sorobon Beach und dem zugehörigen Resort genähert. Beim „Fishermen's Place“, einer kleinen Bucht, die besonders beliebt bei Fischern ist, wendete der Bus und parkte kurze Zeit später bei einem Strandzugang. Die kurzen Blicke zwischen den Häuschen zum türkisfarbenen Meer waren schon sehr viel vielversprechend. Doch es wurde noch besser. Zwischen Palmen liefen wir zu einer kleinen Strandbar. Wow, was ein Blick! Traumhaft! Dieser Teil von Bonaire gefiel mir richtig gut. Zur Begrüßung wurde uns erst mal an der Bar ein leckerer Rum-Punsch serviert (eine Mahlzeit war bei diesem Ausflug nicht inklusive). Neugierige kleine bunte Vögel, ähnlich Meisen, flatterten zutraulich um uns herum. Wer sich Zucker in die Hand streute, hatte schnell bald auf jedem Finger einen Vogel sitzen, der genüsslich den Zucker aufpickte. Bequeme Stühle und blaue Sitzbänke luden zum Verweilen ein. Dahinter lag direkt der feinsandige Strand mit Sonnenliegen und Sonnenschirmen aus Palmenblättern. Sie warteten nur darauf, benutzt zu werden (ohne Extrakosten). Die Meeresoberfläche war über mehrere hundert Meter in Richtung offene See ruhig, obwohl eine gleichmäßige steife Brise wehte. Ein vorgelagertes Riff schützte die Bucht gegen hohe Wellen. Die Wassertiefe war bis zum Riff größtenteils gering (bis zur Brust) und demnach auch für Nichtschwimmer geeignet. Oder auch für Windsurfer. Zudem konnte man, einmal in die Fluten eingetaucht, kaum noch unterscheiden, was sich wärmer anfühlte, das Meer oder die Luft. Schätzungsweise betrug bei beiden die Temperatur so um die 29 Grad. An diesem „fürchterlichen“ Fleckchen Erde ;-) sollten wir nun knapp drei Stunden Zeit haben. Da fielen mir doch glatt die Schilder wieder ein, die ich an der Beachbar entdeckt hatte: „heaven can wait, this is paradise" und "BEACH Live, Laugh, Relax".
Hier konnte man wirklich Ruhe und Wärme genießen, abschalten, entspannen und den Alltag vergessen...
Aber was soll ich weiter schwärmen, schaut Euch einfach die mitgebrachten Bilder in unserer Bonaire-Bildergalerie und unseren Film "Bonaire, Ausflug Sorobon Beach / Südküste" an.
Leider ging die Zeit am Sorobon Beach viel zu schnell vorbei, und so trotteten wir wieder in Richtung Bus. Inzwischen waren aber auch vom Meer her dicke schwarze Wolken aufgezogen, die auf einen kräftigen karibischen Schauer hindeuteten. Zusammen mit dem Wind hätte das schon mal in dem Bus ohne Seitenscheiben eine waagerechte (warme) Dusche geben können. Aber außer drei, vier Tropfen kam nichts vom Himmel. Die Rückfahrt führte uns dann durch das einsame Hinterland mit niedrigem Gestrüpp, vorbei an einer Eselfarm und teilweise angefangenen aber nicht fertiggestellten Häusern. Da laut Reiseführerin Bonaire sehr arm sein sollte, wurde halt immer nur so lange gebaut, wie Geld da war. Dazu kam noch, dass manche Lebensmittel hier nicht gerade billig waren. So konnte eine Tomate schon mal fünf Dollar kosten.
Wieder am Hafen, meldete sich mittlerweile auch der Magen, denn es hatte immerhin schon vier Stunden nichts richtiges zu essen gegeben. Aber auf einen Kreuzfahrtschiff verhungerte man nicht. Dort gab es eigentlich fast durchgehend irgendwo immer etwas zu essen. Also erst mal ab in die Pizzeria, auf der Kabine fertiggemacht und auf das Abendessen vorbereitet :-).
Für 18:00 Uhr war das Ablegen der AIDAluna geplant, aber es gab eine kleine Verzögerung: der Kapitän musste noch auf ein im Landeanflug befindliches Flugzeug warten. Auslaufroute des Kreuzfahrschiffes und die Einflugschneise des Flughafens von Bonaire kreuzten sich nämlich und so musste die Luna wegen der nicht unerheblichen Höhe auf die Landung des Flugzeugs warten.


Tag 6, 28.11.2013 Seetag
Essen, Trinken, Sonnen, Faulenzen, Rumschlendern (obwohl in der Karibik naheliegend, hat dies nichts mit dem wortverwandten Getränk zu tun), Shows anschauen; das sind die Beschäftigungen auf einem Kreuzfahrtschiff an einem Seetag. Wir gingen diesmal noch zusätzlich zum Counter für Ausflüge, um uns mit der Krankschreibung vom Schiffsarzt, den gestern ausgefallenen Ausflug meiner Frau wieder gutschreiben zu lassen. Klappte alles problemlos.


Kapitel 5:

Tag 7 Isla de Margarita, 29.11.2013:

Was hatten wir bis jetzt von der zu Venezuela gehörenden Isla Margarita gehört? Nicht besonders gute Sachen: hohe Kriminalitätsrate, Hauptumschlagplatz für Drogen, Armut, Inflation von 50%, größte Stadt Porlamar gefährlich und sollte nur in Gruppen besucht werden, und den Tipp, wertvolle Dinge möglichst im Kabinensafe zu lassen oder zumindest nicht offen zu tragen...
Also war wohl gesunde Vorsicht angesagt.
Heute hieß es erst mal, früh aufzustehen, denn nach einem schnellen Frühstück war Sammeln für unsere gebuchte "Tour für Naturliebhaber“ bereits um 08:45Uhr El Guamache, Isla de Margaritaangesetzt. Der Kapitän gab vorher noch mehrmals den Hinweis, dass auf der Insel eine Zeitverschiebung von 30 Minuten bestand, wir aber unbedingt darauf achten sollten, uns nach der normalen Bordzeit zu richten, damit alle Passagiere wieder rechtzeitig zum Auslaufen um 18:00 Uhr an Bord waren.
Ganz ungewohnt, stiegen wir im Hafen von El Guamache auf der Steuerbordseite aus und das erste, was wir sahen, war eine kleine Menschentraube bei einem Hafengebäude. So ließen sich in der Karibik immer die Standorte von „Free WIFI“ erkennen.
Vorbei an Palmen und zahlreichen Souvenirständen ging es zum Bus. Auf der Fahrt gen Osten in Armut auf Isla de MargaritaRichtung der größten Stadt Porlamar fiel uns auf, dass die Gegend relativ öde und links und rechts der Straßen alles ziemlich verdreckt war. In den meisten Bereichen glitzerte der Randstreifen in der Sonne von Unmengen an fein zerschlagenen Flaschenresten. Dahinter befanden sich armselige Häuser mit total vergitterten Fenstern. Und Autos fuhren auf den Straßen herum...; abenteuerliche Straßenkreuzer, die von Kuba oder aus einem uralten amerikanischen Film stammen konnten und schon allein beim Anlassen 30 Liter verbrauchten oder auch Kisten, die wohl schon 10 schwere Unfälle hinter sich hatten, aber immer noch fuhren (warum und wie auch immer das möglich war).
Kurz vor Porlamar bogen wir nach Norden in das hügelige Hinterland ab. Gleich wurde die Vegetation üppiger und die Botanischer Garten (Isla de Margarita)Umgebung grüner. Schließlich war ja auch unser erstes Ziel ein „Botanischer Garten“.
Zu sehen gab es allerlei einheimische Pflanzen wie Palmen, Affenbrotbäume, Kakteen, Orchideen und Bambus. Dazwischen tummelten sich Schildkröten, die entweder unanständige Sachen machten oder versuchten, den Besuchern in die Füße zu beißen, Papageien und in begrenzten Bereiche kleine Schlangen und Krokodile. Die nächste „Attraktion“ wurde dann von unserer Ausflugsgruppe im Gänsemarsch begangen: ein kleines aus Hecken bestehendes Labyrinth. Zum Abschluss konnten wir dann noch verschiedene einheimische Früchte probieren, wie zum Beispiel die kleinen fingerlangen und süßen Bananen, Melonen, Ananas oder Mango. Na ja, halt alles nicht direkt etwas Ungewöhnliches.
Da war schon fast die „Multikulti“-Lebensgeschichte unseres einheimischen Reiseleiters spannender: er war Pakistani und hatte seine Frau, die aus Venezuela stammte, in Östereich kennengelernt. Später heirateten sie und bekamen Kinder in Mexico. Jetzt lebten sie auf der Isla Margarita und sprachen größtenteils Deutsch zuhause. Er erzählte uns auch, dass auf der Insel Benzin wesentlich preiswerter als Trinkwasser angeboten wurde. Eine Tankfüllung von 50 Litern kostete ca. 70 Bolivar (umgerechnet etwa 9,80€; Stand Anfang 2015). Das zweieinhalbfache war dagegen für eine Wasserflasche mit 0,25L Inhalt zu berappen.
Nach einem kurzen Zwischenstopp bei einem nicht weiter erwähnenswerten Shop mit kitschigen Klamotten und Perlenverkauf, näherten wir uns dem Highlight des Ausflugs, dem Nationalpark "Laguna de la Restinga".
Dort stiegen wir zu jeweils vier Personen in Motorboote um, die uns durch die Mangroven fahren sollten. Zuerst düsten wir bei herrlichstem Wetter mit hohem Speed über einen großen See, um dann mit langsamer Geschwindigkeit über die einem Irrgarten ähnlichen Kanäle zu schippern. Ohne unseren kundigen Bootsführer hätten wir wahrscheinlich nie wieder den Anleger gefunden. - Schon erstaunlich, wie hoch solche Mangroven werden konnten und wie viele Wurzelausläufer sie im Laufe der Zeit entwickelt hatten. Ab und an konnten wir Pelikane und unter Wasser handgroße rosafarbene Seesterne entdecken. Es war interessant, so etwas mal aus der Nähe zu sehen bzw. mittendrin zu sein. Dieser Teil der Tour hatte sich wirklich gelohnt und Spaß gemacht. Einen Eindruck von der Fahrt durch die Mangroven könnt Ihr in unserem Film über unseren Ausflug auf der Isla de Margarita bekommen.
Als wir wieder festen Boden unter den Füssen hatten, brachte uns der Bus ein paar Kilometer weiter nach "Boca del Rio" zum Museum für Meereskunde. Gleich am Eingang sprang uns ein Verbotsschild mit drei Hinweisen ins Auge. Der erste Hinweis war uns ja bereits bekannt: in der Öffentlichkeit war Rauchen nicht erlaubt (galt übrigens auf der ganzen Insel). Das zweite Verbot hatten wir noch nirgends gesehen, schon gar nicht bei einem Museum: ab hier war es untersagt, Schusswaffen und Munition mitzuführen. Hm, was sollten wir jetzt daraus schließen? Was bedeutete dann erst der Umkehrschluss?
Weiterhin untersagte der Hinweistext auch „Discrimination racial“ und stattdessen sollte die Würde, Ehre, Moral und die Person unabhängig von ethnischer Herkunft und Nationalität geachtet werden. Andere Länder, andere Hinweisschilder...
Im Museum selbst erwarteten den Besucher Haie, Schildkröten und Aquarien mit lokalen Fischen.
Wieder am Hafen angekommen, mischten wir uns unter die Menschen in der „Free Wifi Zone“ und hofften auf einen freien Kanal. Irgendwann klappte es dann und wir hatten Verbindung mit zuhause. Manchmal etwas sehr langsam, aber zumindest billiger als der zu bezahlende WLAN-Zugang an Bord der AIDAluna. Zusätzlich gab es hier noch ein Angebot an preiswerten alkoholfreien Getränken und Bier für 1$ pro Flasche.
Bis wir schließlich wieder an Bord gingen, die Eingangskontrollen hinter uns gebracht und uns frisch gemacht hatten, waren die Hauptrestaurants bereits geschlossen. Also speisten wir in der Pizzeria (Nudeln und Pizza). Bier gab es aber nicht mehr inklusive, da die Zeit außerhalb der Öffnungszeiten der Haupt-Restaurants lag, und musste gegen Bezahlung bei der Pool-Bar geholt werden.
Warum buchten wir gerade diesen Ausflug für „Naturliebhaber“ auf der Isla de Margarita?
Aufgrund der Hinweise, dass der Besuch der nahe an Venezuela liegenden Insel nicht ganz ungefährlich sein sollte, wollten wir weder etwas auf eigene Faust unternehmen noch einen Ausflug in den Hauptort Porlamar machen. Andererseits wollten wir auch den Tag nicht auf dem Schiff „vertrödeln“. Wir waren ja schließlich in die Karibik geflogen, um etwas von der Gegend kennenzulernen. Deshalb wählten wir eine „sichere“ Natur-Tour. Unsere Entscheidung schien auch nicht so verkehrt gewesen zu sein, denn im Februar des folgenden Jahres ereignete sich ein tragischer Vorfall in einem Einkaufszentrum in Porlamar, bei dem ein AIDAluna-Passagier erschossen und ein anderer schwer verletzt wurde. Mehr dazu auf unserer Google+ Seite.
Also, wenn Ihr vorhabt, die zu Venezuela gehörende Isla de Margarita zu besuchen, vergesst eins nicht: Venezuela gilt als eines der gefährlichsten Länder der Welt (noch vor Mexiko, Kolumbien und Brasilien). Auch AIDA-Cruises hatte sofort auf den Zwischenfall reagiert und bei den folgenden Karibik-Kreuzfahrten die Insel wegen Sicherheitsbedenken aus dem Programm genommen.


Fortsetzung folgt...

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